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    Solikomitee gegründet

    Gepostet von fauma4 am 15. Februar 2016

    Diesen Beitrag übernehmen wir von http://solidaritaet-rhein-neckar.de/

    Ohne Arbeit stirbt die Stadt, stirbt die Region –
    Überbetriebliches Solikomitee gegründet

    Gemeinsamer Informationsaustausch und gegenseitige Hilfe

    Die Zeit war einfach reif. Auf Initiative der IG Metall-Vertrauenskörperleitung von GE (ehemals Alstom) hat sich in Mannheim ein Überbetriebliches Solidaritätskomitee gegründet. Ziel ist es, den gemeinsamen Informationsaustausch und die gegenseitige Hilfe bei Angriffen auf Arbeitsplätze und Standorte zu verbessern.

    Unabhängig von Werksgrenzen soll so der Schulterschluss von Betriebsräten, Vertrauensleutekörpern und Beschäftigten in der Rhein-Neckar-Region erleichtert werden. Ob ABB, Bombardier, GE, Siemens, Wabco oder XXXLutz – diese Beispiele stehen für viele andere Firmen in der Region, in denen Arbeitsplatzvernichtung leider kein Fremdwort ist.

    In den Räumen des Mannheimer Gewerkschaftshauses ist so eine gute Tradition mit neuem Leben erfüllt worden. Ende der 1980er Jahre kam es zur Fusion von ASEA und BBC zu ABB. Damals ist die Idee entstanden, öffentliche Unterstützung für Belegschaften zu organisieren, die von Arbeitsplatz-Abbau bedroht sind.

    Mittlerweile engagieren sich Betriebsräte und gewerkschaftlich Aktive von Unternehmen aus Mannheim, Heidelberg, Ladenburg, Weinheim, Ludwigshafen, Frankenthal und Speyer im  überbetrieblichen Solikomitee. Unterstützung für diese Initiative haben bereits der DGB Region Nordbaden, die IG Metall Mannheim, der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt, Vertreter von Parteien und Verbänden sowie Künstler zugesagt.

    Auf dem Treffen am 4. 2. 2016 wurde ein gemeinsamer APPELL verabschiedet. Darin wird unter der Überschrift „Ohne Arbeit stirbt die Stadt! – Ohne Arbeit stirbt die Region!” zum  „Widerstand gegen ‚Globalisierung‘ und Arbeitsplatzabbau!” aufgerufen. Mit diesem Aufruf wird um Unterstützung im Kampf gegen Arbeitsplatzvernichtung geworben.

    Weitere Aktionen und Veranstaltungen werden derzeit vorbereitet.

    Das nächste Treffen des Solikomitees findet am Donnerstag, dem 18. Februar 2016, um 15 Uhr im Mannheimer Gewerkschaftshaus statt. Interessierte Kolleginnen und Kollegen sind herzlich willkommen.

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    Ein Stadtteil als Sündenbock

    Gepostet von fauma4 am 15. Oktober 2015

    In dNeckarstadtWesten vergangenen Wochen hat man viel darüber reden gehört, dass die Kriminalität in der Neckarstadt-West eskalieren würde. Die Menschen würden sich nicht mehr auf die Straße trauen, gar von einem „rechtsfreien Raum“ ist die Rede. Seit einigen Tagen finden sich in Geschäftslokalen Unterschriftenlisten für eine höhere Polizeipräsenz in der Neckarstadt. CDU-Stadtrat Steffen Ratzel ist gar der Meinung, wer immer es sich leisten könne, sollte schleunigst hier wegziehen.

    Mit diesen Mythen macht nun ausgerechnet Polizeipräsident Thomas Köber Schluss: Zwar sei die Kriminalität in Mannheim insgesamt angestiegen, in der Neckarstadt West aber sogar gesunken! Insgesamt sind in Mannheim Gewaltdelikte rückläufig.

    Und mit noch einem Vorurteil räumt Köber auf: Der Anteil von Straftaten von Flüchtlingen liegt mit vier Prozent im Durchschnitt.

    Die zahlreichen, nun plötzlich auftretenden Sorgen um die Neckarstadt west entlarven sich als unbewusster Rassismus: Fünf Jahre hat es etwa gedauert, bis ca. 10.000 osteuropäische Kolleg*innen in Mannheim gewohnt haben. Eine gleiche Anzahl Flüchtlinge ist in nur wenigen Monaten dazugekommen. Sehen wir von offensiv rechtsextremen Organisationen ab, hat es nur wenig Panikmache gegeben. Nun aber, wo diese Zahlen explodieren, ist plötzlich die Paranoia der extremen Mitte gefragt.

    Aber: Wir lassen uns nicht spalten. Die Neckarstadt bleibt international & proletarisch!

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    Ausgabe 1 von „Die schwattz Kattz“ erschienen

    Gepostet von fauma4 am 28. Mai 2015

    Zum Max-Josef-Straßenfest am 09. Mai 2015 haben wir erstmalig eine Lokalzeitung der FAU Mannheim erstellt. „Die schwattz Kattz“ ist im eigentlichen Sinne keine Lokalzeitung, sondern stellt unsere aktuellen Arbeitsschwerpunkte dar. Hier findet ihr sie zum Download: layout_kattz

    NUN interssiert uns natürlich eure Meinung: Braucht Mannheim – oder das Rhein-Neckar-Gebiet – eine eigene syndikalistische Zeitung? Wie gefällt euch unsere Probeausgabe? Kommentare sind – wie immer – ausdrücklich erwünscht.

     

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    Mannheims „andere“ Arbeiterbewegung

    Gepostet von fauma4 am 17. Februar 2015

    Wir dokumentieren das Interview mit uns aus der aktuellen Ausgabe der Direkten Aktion:

    Aus der eigenen Geschichte lernen

    Die FAU Mannheim hat ein Lesebuch zur Geschichte der lokalen Arbeiterbewegung herausgebracht. Ein Interview mit den HerausgeberInnen.

     

    Wie seid ihr auf die Idee für das Buch gekommen? Was war der Ausgangspunkt?

    Die FAU Mannheim hat 2013 mit vielen anderen regionalen Gruppen eine alternative Veranstaltungsreihe zu der Baden-Württemberger Landesausstellung zur Geschichte der Arbeiterbewegung organisiert. Unsere Absicht war, die Aufmerksamkeit auf Themen zu lenken, die in der Veranstaltungsreihe des Landesmuseums keinen Platz mehr gefunden haben. Dazu gehörten u.a. lokale Aspekte. Das Buch präsentiert die Themen, die auch in unserer gemeinsamen Veranstaltungsreihe keinen Platz mehr fanden, bzw. dokumentiert teilweise auch stattgefundene Veranstaltungen.

     

    Was genau bedeutet für euch die „andere“ Arbeiterbewegung? Wie definiert ihr diesen Begriff? Was wollt ihr damit ausdrücken?

    Der Begriff geht zurück auf die Studie „Die ‚andere‘ Arbeiterbewegung“ von Karl Heinz Roth und Elisabeth Behrens von 1974. Wir wollen damit nicht sagen, dass AnarchistInnen oder AnarchosyndikalistInnen diese „andere“ Arbeiterbewegung wären. Bei Roth sind es vielmehr die wenig bedachten arbeitenden Schichten – unqualifizierte MassenarbeiterInnen, GastarbeiterInnen – die in der offiziellen Geschichtsschreibung nicht vorkommen. Wir verbinden mit dem Begriff für unser Buch eigentlich nichts anderes als die Beschreibung, dass es eben auch Bewegungen und Proteste gab, die oft nicht benannt werden – inhaltlich völlig offen. Der Begriff ist nicht unumstritten und war es auch nicht unter unseren AutorInnen. Deswegen haben wir im Untertitel den Begriff des „Arbeiterradikalismus“ verwendet, den Erhard Lucas in der Debatte der 1970er geprägt hat.

     

    Nach welchen Kriterien habt ihr die Beiträge ausgesucht? Wer hat überhaupt ausgesucht/vorgeschlagen? Wurde im Plenum abgestimmt?

    Es wurde nicht abgestimmt, die Auswahl ist eher aus Zufall zustande gekommen. Wir haben uns ansprechen lassen. Es gab ein starkes Interesse an der Veranstaltungsreihe, und einige ReferentInnen haben direkt Skripte mitgeliefert. Letztlich haben wir ein Herausgebergremium mandatiert, damit uns das Buch nicht in unserer alltäglichen Gewerkschaftsarbeit behindert. Wir haben die Beiträge auch nicht inhaltlich besprochen, denn die Inhalte wollten wir bewusst den AutorInnen überlassen.

     

    Wie seid ihr mit den einzelnen AutorInnen in Kontakt gekommen?

    Das lief sehr unterschiedlich: Hans-Joachim Hirsch vom Stadtarchiv Mannheim haben wir angefragt, weil wir wussten, dass er sich mit dem lokalen Anarchismus beschäftigt. Mia Lindemann hat uns ihre Arbeit zur Rätebewegung angeboten. Uwe Fuhrmann hat eigentlich über die 1948er-Proteste in Stuttgart gearbeitet, seinen Aufenthalt in Mannheim aber genutzt, um die Ereignisse hier vor Ort zu recherchieren. Der Metallarbeiterstreik 1963 ist eine Entdeckung in der Landesausstellung gewesen, die Recherchen dazu gingen von einem Fotobestand aus. Das Thema der wilden Streiks 1973 haben die Mannheimer Jusos in die Diskussion gebracht, da sie selber einen hohen Anteil von Mitgliedern mit Migrationshintergrund haben: Es ist die Geschichte ihrer Eltern oder Großeltern.

     

    Warum gerade Mannheim? Kommt Mannheim eine besondere Stellung zu? Warum gilt das „rote Mannheim“ als radikale Hochburg der Arbeiterbewegung? Wie ist es dazu gekommen? In welchen Kapiteln wird darauf Bezug genommen – und wie? Wie sieht das heute aus?

    Warum Mannheim? Weil wir eben die FAU Mannheim sind! Es ging darum, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Und wir möchten gar nicht behaupten, dass Mannheim eine besondere Stellung zukommt. Ja, Mannheim war eine rote Hochburg, aber bei weitem nicht die einzige. Wenn wir das erklären sollten, brauchten wir sicher einen anderen Ansatz: Das hat etwas mit der lokalen Geschichte der Industrialisierung zu tun – wie auch mit der Frage, wer hier gearbeitet hat und wo diese ArbeiterInnen herkamen. Ansätze dazu finden sich in dem Beitrag von Mia Lindemann. Gerade an dem Beitrag zum Metallarbeiterstreik 1963 lässt sich auch herausarbeiten, dass die Traditionen der verschiedenen Strömungen lange gepflegt wurden.

    Wenn wir heute mit AltgewerkschafterInnen aus Mannheim sprechen, sagen die meisten, es gäbe diese Tradition nicht mehr. Gerade die Neuzugezogenen unter uns nehmen das aber anders wahr: Im Einzelhandelsstreik 2013 stand Mannheim sowohl in der Zahl der bestreikten Betriebe wie auch in der Zahl der Streiktage ganz vorne. Im Frühjahr waren die KollegInnen von Alstom jede Woche auf der Straße, jede Betriebsversammlung endete mit einer Demo. Auch die sozialdemokratischen Parteien berufen sich meines Erachtens hier mehr als anderswo auf eine Tradition der Arbeiterbewegung. Und auch die Kultur nimmt Bezug auf diese Geschichte – die letzten beiden Punkte sind durchaus zweischneidige Schwerter, hier prallen emanzipatorische Tradition und Gentrifizierung aufeinander, aber es gibt nach wie vor diesen Bezug.

    Emma Malsca

    FAU Mannheim (Hg.): Mannheims „andere“ Arbeiterbewegung

    Beispiele eines lokalen Arbeiterradikalismus. Verlag Edition AV, Lich.ISBN 978-3-86841-108-9. 163 Seiten, 14,80 Euro

    Die zweite Seite der Ausbeutung

    Gepostet von fauma4 am 28. Januar 2015

    Mit Einführung der „Arbeitnehmerfreizügigkeit“ für die neuen EU-Staaten, vor allem Rumänien und Bulgarien, kommen zahlreiche Wanderarbeiter*innen nach Deutschland, um meist für Sub-Sub-Unternehmen oder als Werkverträgler*innen zu schuften. Nicht selten ist der Lohn nicht nur gering, sondern wird komplett vorenthalten: Aktuelle Beispiele dafür sind die Bauarbeiter, die das Studierendenwohnheim „Campo Novo“  in Freiburg gebaut haben, die Arbeiter*innen bei Fine Food in Emsdetten, der Hungerstreik von Bauarbeitern auf einer Baustelle in Preungesheim und der bundesweit bekannt gewordene Fall der Mall of Berlin.

    Die andere Seite dieser Überausbeutung ist das Geschäft mit den Wohn- bzw. Schlafgelegenheiten für die Arbeiter*innen: Frontal 21 berichtete am 27. Januar über die Situation in Wohnheimen: Für ein Bett zahlen die Arbeiter*innen 220 bis 280 Euro pro Monat für Sammelklos und „vergammelte Kochstellen“, in den Zimmern findet sich Schimmel und offenbar wurde auf Fluren wie auch (laut IG BAU) in den Zimmern eine Asbestbelastung entdeckt.

    Vermieter dieser Zimmer ist die „Wohnheime für Arbeiter Frankfurt-Mannheim GmbH“, die ihren Sitz in M2, 17a in Mannheim hat.