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    Der Arbeitskampf kennt keine Grenzen!

    Gepostet von fauma4 am 21. April 2017

     

    Die FAU und ihre Schwestergewerkschaften stellen den 1. Mai 2017 unter das Motto „Der Arbeitskampf kennt keine Grenzen!“. Wir dokumentieren den bundesweiten Aufruf. Hier könnt ihr unser Mannheimer Flugblatt runterladen.

     

    Europaweit und darüber hinaus erstarken populistische Parteien und Bewegungen in einer Breite, wie wir es in den letzten Jahrzehnten nicht erlebt haben. Was macht diesen Populismus aus? Hinter der Ablehnung einiger Symbole der kapitalistischen Globalisierung, etwa von Freihandelsverträgen oder dem Euro, steckt ein Nationalismus, der die globalisierte kapitalistische Ausbeutung keineswegs in Frage stellt. Dieser Nationalismus spaltet was zusammengehört, und pfercht zugleich zu vermeintlichen Interessengemeinschaften zusammen, was in Wirklichkeit durch Klassengegensätze gespalten ist.

    Solidarität gegen Rassismus und Ausbeutung!

    Gerade Migrant*innen sind in besonderem Maße von Ausbeutung und Entrechtung betroffen. Durch die rassistische Migrationspolitik werden manche mit Arbeitsverboten belegt, manche auch mit Arbeitszwang. Andere haben keinerlei Aufenthaltspapiere und sind doch gezwungen, sich und ihre Familien durchzubringen. In illegalisierten Arbeitsverhältnissen können sie jedoch kaum ihre Rechte durchsetzen und sind der Willkür ihrer „Arbeitgeber“ ausgesetzt.

    Doch auch wenn die Jobs „legal“ sind, sind sie oft prekär: In Branchen wie Gastronomie, Reinigung, Pflege und Bau sind Arbeitsrechtsverstöße in Form von Scheinselbständigkeit, Lohndumping, „kalten“ Kündigungen und Lohnklau an der Tagesordnung. Die etablierten sozialpartnerschaftlichen Gewerkschaften zeigen jedoch nur begrenztes Interesse, (illegalisierte) Migrant*innen zu organisieren oder sie im Kampf um Bleiberecht und gegen rechtliche Hindernisse zu unterstützen. Vielmehr vertieft deren Fokus auf die Stammbelegschaften und Standortsicherung die sozialen Spaltungen, während sich die Spirale der Prekarisierung weiter dreht.

    Dagegen hilft nur eins: Lassen wir uns nicht gegeneinander aufhetzen – als „einheimische“ gegen „ausländische“ Arbeiter*innen, als regulär Beschäftigte gegen prekär Beschäftigte, als ein „Standort“ gegen die anderen –, sondern suchen wir das Verbindende im Kampf um bessere Lebensbedingungen und für eine Welt ohne Ausbeutung und Herrschaft!

    Migrant*innen brauchen kämpferische Gewerkschaften!

    Gegen die neuen Mauern an den Grenzen und in den Köpfen müssen wir uns zusammenschließen, um Solidarität und gegenseitige Hilfe zu organisieren – wie im Fall unserer Kollegen aus Rumänien, die auf der Baustelle des Einkaufszentrums Mall of Berlin unter skandalösen Arbeits- und Lebensbedingungen ausgebeutet, um Lohn betrogen und bedroht wurden: Die Organisierung in der FAU und der gemeinsame Arbeitskampf führten dazu, dass das Berliner Einkaufszentrum „Mall of Shame“ getauft und zum Symbol der migrantischen Ausbeutung in Deutschland wurde. So konnten wir das gesellschaftliche Klima der Hetze insbesondere gegen Arbeitsmigrant*innen aus Südosteuropa mit einem Beispiel von erfolgreichem Widerstand beantworten.

    Auch in den gegenwärtigen Bestrebungen, geflüchtete Menschen für unterbezahlte Arbeit zu verpflichten, sehen wir ein Zusammengehen von Ausgrenzung und Absenkung arbeitsrechtlicher Standards, das in der Konsequenz alle Arbeiter*innen negativ betrifft. Wir sollten hier als Arbeiter*innenklasse nicht nur für Bewegungsfreiheit aller Menschen, sondern auch gegen staatlich organisierte Ausbeutung kämpfen.

    Wir Arbeiter*innen brauchen kämpferische Gewerkschaften!

    In der internationalistischen Tradition des 1. Mai und des Anarchosyndikalismus rufen wir zur Solidarität mit migrantischen ArbeiterInnen auf. Protestieren und kämpfen wir gemeinsam gegen prekäre Arbeitsbedingungen, gegen kapitalistische Ausbeutung und gegen das rassistische Migrationsregime. Nur mit einer grenzüberschreitenden Gewerkschaftspraxis können wir uns gegen den Kapitalismus wehren. Zusammen werden wir Brücken bauen, wo andere Mauern errichten möchten!

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    Lese- und Organisierungstipp: Leitfaden „Solidarische Netzwerke“

    Gepostet von fauma4 am 17. Oktober 2016

    http://zweiter-mai.org/files/2016/01/leitfaden-seasol-cover-vorne-214x300.jpgDie IWW Frankfurt a.M. und die Gruppe Zweiter Mai haben gemeinsam aus dem amerikanischen Englisch den Leitfaden „Solidarische Netzwerke“ übersetzt.

    Das Netzwerk Seattle Solidarity beschreibt den Prozess des Aufbaus des Netzwerks und Methoden für einzelne konkrete Aktionen. Die Gruppe Zweiter Mai hat diese Methoden ähnlich für den Aufbau des Netzwerks „Wilhelmsburg solidarisch“ genutzt.

    Ein Beispiel, das Schule machen sollte, finden wir und empfehlen daher die Lektüre der Broschüre. Sie kann hier heruntergeladen werden.

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    Mitmachen und unterschreiben: Equal Pay für LeiharbeiterInnen, diskriminierende Tarifverträge ersatzlos kündigen!

    Gepostet von fauma4 am 7. Juli 2016

    http://www.fau.org/images/leiharbeit.jpgEs ist mal wieder soweit: Die Tarifverträge in der Leiharbeit laufen aus und sollen neu verhandelt werden. Labournet hat eine Unterschriftenkampagne initiiert, die sich gegen die Neuverhandlung der Tarifverträge ausspricht. Denn der Clou ist: Nur durch Tarifverträge kann der europäische Grundsatz der Gleichbehandlung und gleichen Bezahlung für Leiharbeiter*innen umgangen werden.

    Bislang argumentierten die Gewerkschaften des DGB immer damit, dass eine gelbe Gewerkschaft (wie z.B. die ‚christlichen‘ Gewerkschaften) noch schlechtere Tarifverträge abschließen würde, wenn die DGB-Gewerkschaften nicht einspringen. Diese Gefahr ist mittlerweile äußerst gering – abgesehen davon, dass es sich um einen Mythos handelt, denn in der Tat gab es zwar die „christlichen“ Tarifabschlüsse, DGB-Gewerkschaften haben allerdings schon zuvor mit Verhandlungen begonnen.

    Die FAU Mannheim hat die Petition von labournet unterschrieben und bittet euch, das auch zu tun.

    Sunday, bloody Sunday

    Gepostet von fauma4 am 28. Mai 2016

    sonntagsarbeit

    (c) Findus

    Sonn- und Feiertags arbeiten: Das finden die meisten Callcenter-Agent*innen normal. Und oftmals sind sie sogar froh drum: Denn die Wochenend- und Feiertagszuschläge sind für das tägliche Brot fest einkalkuliert.

    Sonn- und Feiertagsarbeit ist aber eigentlich nur unter bestimmten Bedingungen erlaubt: Wenn sie notwendig ist (z.B. in der Landwirtschaft) oder wenn sie dem Gemeinwohl nutzt (z.B. Krankenhäuser, Feuerwehr etc.). Callcenter bieten normalerweise entweder einen Kundenservice oder aber verkaufen etwas – nichts, was man nicht auch unter der Woche erledigen könnte.

    Im Herbst 2014 nun hat das Bundesverwaltungsgericht nach einer Klage von ver.di und Kirchengemeinden entschieden, dass die Sonntagsarbeit in hessischen Callcentern nicht zulässig wäre. Da ein Bundesgericht entschieden hat, muss nun auch für die anderen Bundesländer eine einheitliche Regelung her – das Bundesministerium für Arbeit und Soziales arbeitet daran und prüft momentan die Gemeinnützigkeit der Callcenter.

    Deren Dachverbände – die explizit keine Arbeitgeberverbände sein wollen, weil sie dann ja tariffähig wären – haben dafür ihre ganz eigene Begründung: Dem Gemeinwohl dienlich wäre die Schaffung von Arbeitsplätzen! (Welche Qualität diese Arbeitsplätze haben, scheint dagegen keine Rolle zu spielen…) Die Callcenter-Verbände befürchten Arbeitsplatzverlust, Abwanderung ins Ausland und natürlich auch Gewinnverlust – ein Viertel des Jahresgewinns in Callcentern würden am Wochenende gemacht.

    Da wird allerdings der Teufel an die Wand gemalt: Wären Callcenter am Sonntag nicht mehr erreichbar, würden die Kund*innen eben zu einem anderen Zeitpunkt anrufen, es entstände absehbar derselbe Gewinn zu anderen Zeiten. Die Auslandsabwanderung ist auch eine leere Drohung: Abgesehen von einigen deutschsprachigen Enklaven wie auf Mallorca oder in Istanbul wandern Callcenter schon aus sprachlichen Gründen nicht aus Deutschland weg. Die Arbeitsplätze sind nicht gefährdet.

    Und der höhere Lohn? Nun, das ist doch ganz einfach: Statt mit Sonn- und Feiertagszuschlägen rumkrebsen zu müssen, wäre es vernünftig, endlich gemeinsam höhere Löhne für den Alltag zu fordern. Also: Arbeitszeiten runter, Löhne rauf!

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