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    express 10/2019 ist erschienen!

    Gepostet von fauma4 am 24. Oktober 2019

    Inhalt:

    Gewerkschaften Inland

    • Toni Richter: »Vom Betrieb heraus denken«? – die IG Metall und die diesjährige Wahl ihres Ersten Vorsitzenden            S. 1
    • Tom Adler: »Blick zurück nach vorn« – Gewerkschaftliche Diskussionen über Konversion in der Autoindustrie         S. 2
    • Torsten Bewernitz: »Der Algorithmus, wo man mit muss« – Lieferdienste: FastFood 4.0 oder perfide Datensammlung?    S. 6
    • Slave Cubela: »Einstürzende Neubauten« – zu Entstehung und Verlauf des Immobilien-Kapitalismus     S. 10

    Betriebsspiegel

    • Students for Future: »Arbeitsklimakampf für Einsteiger« – Aufruf zu gemeinsamen Aktionen von Gewerkschafts- und Klimabewegung            S. 3
    • Katharina Varelmann: »Arbeitsfeldansatz« – über die »aufsuchende Feldarbeit« der Initiative Faire Landarbeit S. 4
    • Faire Mobilität: »7 x 24 = 30?« – Urteil mit Reichweite: Bulgarische Pflegerin klagt erfolgreich auf Lohnnachzahlung   S. 5

    Internationales

    • Rose Bookbinder: »Meat & don’t greet« – Schlachthausbeschäftigte und ihre Verbündeten organisieren sich gegen Razzien der Migrationsbehörden in den USA            S. 9
    • Alarmphone: »5 Jahre Alarm« – und kein Land in Sicht      S. 12

    Rezensionen

    • Rudolf Walther: »Organisieren am Transformationskonflikt?« – über Hans-Jürgen Urbans Vorschläge zu »guter Arbeit in der Transformation«          S. 8
    • Malte Meyer: »Irrtum vom allerbesten Zentral-komitee« – über Carsten Priens Beiträge zur Organisationsdebatte des Sozialistischen Büros    S. 16

    Kurzmeldungen

    • Antipasti                     S. 10

    Statt eines Nachrufs

    • Wolf-Dieter Narr und Klaus Vack: »Form und Inhalt der Politik« – ein fiktives Gespräch  S. 13
    • KH und Torsten Bewernitz: »Das Gleiche in Grün« – zu fiktiven Gesprächen, Gattungsfragen und anderen Bewegungsanliegen              S. 13

     

    Editorial

    In: express 10/2019

    Geneigte Leserinnen und Leser,

    nicht nur das Private, auch das Wetter ist politisch – und zeigt sich von der wechselhaften Seite: Der Herbst hat kaum begonnen, da sind die großen Termine der institutionalisierten Gewerkschaftsbewegung in Deutschland auch schon wieder Schnee vom Sommer: Der ver.di-Bundeskongress ist rum, der IG Metall-Gewerkschaftstag ist ebenfalls gelaufen (so viel Bewegung muss sein), und, ja, der Ratschlag zur Zukunft des express, den wir in Frankfurt abgehalten haben, ist auch schon wieder Vergangenheit. Während die ersten beiden Veranstaltungen medial ja allüberall präsent waren und wir (nicht nur deshalb, sondern auch wegen der Statik des Gegenstands) dazu kaum Überraschendes schreiben könnten (s. diese Ausgabe), hatten wir beim dritten der genannten Termine einen Exklusivzugang, einschließlich aller Empfänge und Hintergrundgespräche am Rande. Was also können wir berichten? Niemand, also wirklich niemand unter den Anwesenden hat uns geraten, das Handtuch zu werfen und den Laden einfach zuzumachen (das mag aber auch auf unsere wohldurchdachte Einladungspolitik zurückzuführen sein. Wer über Zukunft reden will, holt sich keine notorischen Grantler ins Haus). Wir machen jedenfalls weiter, weiter mit der monatlichen Zeitungsproduktion und weiter mit dem Ausloten von Untiefen, Sandbänken und Rettungsaussichten für die schnuckelige Nussschale namens express. Zwei, drei Ideen sind bereits ausgebrütet, unterliegen aber noch den branchenüblichen Sperrfristen. Stay tuned. Jetzt schon könnt Ihr jedoch einschalten zum großen Wetterbericht über Arbeitsklimakämpfe, Arbeitsfeldeinsätze, Autokritik (Zwinker-Smiley, Grüße an unseren Mann in Brüssel), Algorithmen und Arbeitshetze, Abseitsfallen in der Organisationsfrage bis Old School Organizing und Organisieren im Transforma­tionsprozess: Von Alpha bis Omega ist Bewegung in dieser Ausgabe.

    Zweierlei sollte Euch mit dieser Ausgabe noch zugehen: Erstens der Aufruf der Students for Future, die nächste Aktionswoche in Sachen Klimarettung auch gewerkschaftsseitig mitzutragen – ihre Handreichung zur Einberufung einschlägiger Betriebsversammlungen findet Ihr nicht nur im Heft dokumentiert, sie liegt auch als handlicher Flyer bei und darf gern befolgt und weitergegeben werden. Dasselbe gilt für das zweite Extra, unseren diesjährigen Spendenaufruf zur Jahresendzeit. Manche Traditionen, auch das ein Ergebnis unseres Ratschlags, sollten eben nicht bedenkenlos preisgegeben werden. Wir wünschen ertragreiche Lektüre.

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    Der express 08/09 2019 ist erschienen!

    Gepostet von fauma4 am 21. September 2019

    Der express 08/09 2019 ist erschienen.

    Gewerkschaften Inland

    • Peter Birke: »Frühling im Herbst« – zur Deutung der Septemberstreiks 1969 S. 1
    • StS: »Lieferkettengesetz« – DBG und ver.di unterstützten Kampagne S. 3
    • Slave Cubela: »Don’t believe the hype« – Plädoyer für eine kritische Rezeption von Jane McAleveys Buch »Keine halben Sachen« S. 4
    • Anton Kobel: »Die Unvollendete« – Zur Tarifrunde und zum Kampf gegen Tarifflucht im Einzelhandel S. 7
    • »Disziplin statt Diskussion?« – Gespräch über Hintergründe zur Abmahnung eines ver.di-Kollegen wegen Verbreitung eines express-Artikels S. 8
    • »Wir alle sind Damiano« – Protest und Solidaritätsaufruf für einen ver.di-Gewerkschafter S. 8
    • Wolfgang Völker: »Hamburg traut sich was – oder lieber doch nicht?« – Preis des mutigen Löwen an SPD und Grüne für Abschaffung von Hartz IV verliehen S. 9
    • Florian Butollo: »Die Hölle friert zu« – strukturelle Bedingungen des Organizings bei RyanAir S. 11
    • Birgit Daiber: »Ach je, Frank« – Böckelmanns tumultöser Weg nach rechts S. 12
    • Wolfgang Hien: »›Gute Arbeit‹, Arbeitsschutz oder Widerstand?« – Anmerkungen zur schönen neuen Arbeitswelt S. 17

    Betriebsspiegel

    • »Just put the movement back?« – Kirsten Huckenbeck im Gespräch mit »Organisieren. Kämpfen. Gewinnen« S. 2
    • Recht & Arbeit: »Mit der Hälfte ums Ganze« – Tipps zur Betriebsratsarbeit in Teilzeit S. 4
    • Jessica Reissner: »Schwarzer Freitag13 – Mehr Widerstand ist besser!« – ein Bericht vom Aktionstag S. 6
    • »Gewerkschaftliche Landpartie« – IG BAU-Aktive unterstützen und beraten Saisonarbeitskräfte vor Ort S. 9

    Internationales

    • Peter Korig: »Auf Sendung« – Studentische Callcenter-Beschäftigte in Albanien organisieren sich S. 13
    • Ingeborg Wick & Bodo Zeuner: »Deutsche Linke für Xi Jinping?« – Neuerscheinungen zu China S. 15

    Rezensionen

    • Mia Lindemann: »Soziale Notwehr und konkrete Gesellschaftsutopie« – die österreichischen Räte zwischen 1917 und 1924 S. 20

     

    Geneigte Leserinnen und Leser,

    während wir uns auf der Zielgeraden für diese dicke Doppelausgabe befinden, steht hier um die Ecke der Verkehr still. Auch ohne Arbeitsniederlegung unsererseits ist der Frankfurter Klimastreik mit 12.500 Teilnehmenden ganz gut besucht. Die Konkurrenzveranstaltung in den Messehallen eher nicht: Die IAA neigt sich ihrem Ende entgegen, und gewiss ist schon jetzt, dass das Jahr 2019 einen Negativrekord bei den Besucherzahlen gebracht hat. Weiter so!

    Bei ver.di bereitet man sich unterdessen auf den Bundeskongress vor. Wenn Ihr diese Ausgabe in den Händen haltet, ist er dann auch fast schon wieder rum, und es können erste Zwischenbilanzen gezogen werden. Die Bsirske-Nachfolge gehört mit der Vorab-Nominierung von Frank Werneke nicht zu den aufregenden Fragen, aber der ein oder andere Antrag verspricht vielleicht doch ein spannendes Match. Nummer H 116 zum Beispiel. Die Landesbezirkskonferenz Rhein-land-Pfalz-Saarland möchte eine Seligsprechung mit Praxisbezug erwirken: »ver.di erkennt das geistige Erbe Karl Marx‘ als eine wichtige Grundlage für gewerkschaftliches Denken, Handeln und als Leitgedanken der Bildungsarbeit für Ehren- und Hauptamtliche an.« Ein durchaus ehrenwertes Anliegen, sofern nicht die Rückkehr zur trichterförmigen Kapital-Schulung gemeint ist. Die Antragskommission dagegen meint: »Erledigt durch Praxis/Zeitablauf«. Nun, Praxis oder Zeitablauf? Vermutlich Letzteres. Uns wäre jedenfalls nicht zu Ohren gekommen, dass die Organisation in dem bunten Allerlei, das Bildung, Denken und Handeln zwischen »Achtsamkeitscoaching« und »Zusammenarbeit, vertrauensvolle« bestimmt, allzu viele Gedanken darauf verwendet hätte, »alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch…« – Ihr wisst schon.

    Doch anscheinend haben die KollegInnen aus Trier und Umgebung sich einen taktischen Fehler geleistet, als sie in ihrer Begründung den 200. Geburtstag des »großen Denkers« zum Ausgangspunkt genommen haben. Der war, so leid es uns tut, schon im vergangenen Jahr. Zeitablauf! Vielleicht dann zum 250sten.

    Ach, und dann war da noch der Zores im Fachbereich Handel. Wer von Euch uns auch digital verbunden ist (Homepage! Facebook! Twitter!), hat wohl mitbekommen, dass ein hauptamtlicher Kollege ebendort eine Abmahnung kassieren sollte, weil er einen Artikel aus der Gewerkschaftszeitung mit der Schildkröte bei Facebook zur Lektüre empfohlen hat. Dank gehörigem Protest ist dieses Ungemach abgewendet – Genaueres dazu ab S. 7 ff. Weiter geht’s – im Einzelhandel und all den anderen Feldern gesellschaftlicher Arbeit, in denen noch so viel aufzuklären und umzuwerfen ist, wie diese Ausgabe einmal mehr zeigt.

    express im Netz unter: www.express-afp.info

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    Protest und Solidaritätsaufruf für einen ver.di-Gewerkschafter

    Gepostet von fauma4 am 18. September 2019

    Über die Freiheit des und der Andersdenkenden im ver.di-Fachbereich Handel

    Wir alle sind Damiano!

    Dem langjährigen H&M-Betriebsrat Cosimo-Damiano Quinto, der seit einiger Zeit hauptamtlich für die Gewerkschaft ver.di arbeitet, wird vorgeworfen, von seiner privaten Facebook-Seite aus im Frühjahr 2019 auf einen Artikel im „express“, Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, verlinkt zu haben. In dem Beitrag wird die vom Bundesfachbereich Handel unter der Leitung von Stefanie Nutzenberger zu verantwortende Gewerkschaftsarbeit in der Branche kritisch beleuchtet. Die Verlinkung führte jetzt dazu, dass Damiano von der Personalabteilung eine Abmahnung erhielt.
    Wenn Kritik an gewerkschaftlichen Entwicklungen nur für den Papierkorb oder die Ablage dient, aber nicht über sie debattiert werden darf, ist es mit der kritischen Öffentlichkeit auch in den Gewerkschaften nicht weit her. Zu den Hintergründen der Abmahnung haben wir mit Anton Kobel, dem Verfasser des o.g. Artikels, ein Gespräch geführt – hier der Vorabdruck aus dem nächsten express, der Anfang nächster Woche erscheint.
    Es freut uns, wenn der Stachel der Kritik noch löckt, und es ist uns eine besondere Ehre, gegen die Abmahnung des Kollegen zu protestieren, der unsere Einladung zu der Debatte, wie den Entwicklungen im Einzelhandel begegnet werden kann, ernstgenommen und weitergegeben hatte. (Hier geht es zum ausführlichen Protestbrief und den Erstunterzeichner*innen)

    Anstatt die dringend notwendige Stärkung von ver.di offen in der Mitgliedschaft zu diskutieren, wird auf bürokratische Weise das Gegenteil betrieben. Das zielt auf alle Kolleg*innen, die eine gewerkschaftliche Erneuerung im Handel von der Basis her befürworten.

    „Wir alle sind Damiano!“ hieß bereits 2015 der Slogan einer breiten Solidaritätsbewegung, als sein damaliger Arbeitgeber H&M vor dem Bundesarbeitsgericht in Erfurt mit einer gegen ihn ausgesprochenen Kündigung auf der ganzen Linie scheiterte. Damals ging es um Rede- und Meinungsfreiheit sowie Demokratie in den Betrieben.

    Auch wegen dieses standhaften Verhaltens als Gewerkschafter wurde Cosimo-Damiano Quinto als Hauptamtlicher in ver.di eingestellt.

    • Als engagierte Gewerkschaftsmitglieder solidarisieren wir uns auch heute mit Cosimo-Damiano Quinto!
    • Wir protestieren gegen diesen untauglichen Versuch, sein demokratisches Recht auf freie Meinungsäußerung und seine gewerkschaftlichen Betätigungsmöglichkeiten einzuschränken!
    • Wir fordern die Rücknahme der Abmahnung, denn sie ist der Versuch, kritische Öffentlichkeit im Fachbereich Handel zu unterbinden. 

    Deshalb: Wir alle sind Damiano!

    Hier geht’s zum Unterzeichnen:

    http://www.labournet.de/?p=154142

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    Spendet für den Streik bei Godoy Hortalizas in Almería!

    Gepostet von fauma4 am 10. September 2019

    +++ Spendenkonto ES78 3058 0121 7227 2000 4878 +++

    Bereits seit zehn Tagen streiken die Arbeiter*innen zweier Gemüse-Plantagen der Gruppe Godoy Hortalizas in Almería, Andalusien. Sie protestieren gegen die rechtswidrige Entlassung festangestellter Kolleg*innen und eine Reihe von Arbeitsrechtsverletzungen: Unter anderem weigert sich die Betriebsleitung, den Mindestlohn von 6,90€ pro Stunde zu zahlen. Da sich die Brüder Felipe und David Godoy gegenüber den Forderungen der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft, der SOC-SAT, bislang taub stellen und mit jeglichen legalen und illegalen Mitteln (zuletzt Anstellung externer Streikbrecher, physische Gewalt durch Vorarbeiter!) versuchen den Streik zu brechen, dauert die Arbeitsniederlegung an.

    Die Streikenden sind weiterhin hochmotiviert, für ihre Rechte zu kämpfen – jedoch plagen die prekär beschäftigten, migrantischen Arbeiter*innen mit ihren Familien, zunehmend Geldsorgen. Denn die Lohnausfälle reißen tiefe Locher in die Haushaltskassen und die kämpferische aber kleine Basisgewerkschaft SOC-SAT hat keine eigenen Mittel mehr, um Streikgeld zu zahlen. Gleichzeitig läuft die Zeit gegen die ausbeuterischen Chefs: Denn die Paprikapflanzen im Gewächshaus brauchen Pflege – sie riskieren den Gewinn der ganzen Saison!

    Um den Streik weiterführen und gewinnen zu können, brauchen wir eure Hilfe!

    Das Spendenkonto der SOC-SAT:

    Empfänger: SOC SAT ALMERIA

    IBAN: ES78 3058 0121 7227 2000 4878
    Bank: CAJAMAR – CAJA RURAL ALMERIA
    Betreff: CAJA DE RESISTENCIA

    Spendet für die Streikenden beim Gemüseproduzenten Godoy Hortalizas! Denn ein gewonnener Arbeitskampf könnte im “Plastikmeer von Almería”, aus dem der Großteil unserer Tomaten, Paprika und Zucchini im Winter stammt, und in dem sich unmenschliche Arbeitsbedingungen mit Desinteresse der Behörden paaren, eine Signalwirkung haben!

    Hier findet ihr einen aktuellen Bericht über die Arbeitsrechtsverletzungen bei Godoy Hortalizas in drei Sprachen (ES/DE/EN).

    Organizing-Hinweise an mein früheres Ich

    Gepostet von fauma4 am 19. Juli 2019

    Den folgenden Beitrag haben wir aus dem insgesamt sehr empfehlenswerten US-amerikanischen und den Industrial Workers of the World nahestehendem Blog organizing.work übersetzt:

    Organizing-Hinweise an mein früheres Ich

    Der Autor, der anonym bleiben möchte, hat mehrere Jahre als Organizer für die größten US-Gewerkschaften im Öffentlichen Dienst gearbeitet, bevor er Lehrer in einer Großstadt wurde. Er organisiert sich mittlerweile mit seinen MitarbeiterInnen und SchülerInnen, vor allem für die Bildungsfinanzierung und Führerscheine für papierlose MigrantInnen.

    Ich habe darüber nachgedacht, welche Hinweise ich mir selber vor zehn Jahren gegeben hätte, um im Organizing aktiv zu werden. Ich habe viele Fehler gemacht und viel gelernt. Also: Hier ist das, was ich basierend auf meinen Fehlern und Erfahrungen zu sagen hätte. Ein paar Dinge, an die ich mich auch selber immer wieder erinnern muss, es ist nicht so, dass ich immer gut wäre in dem, was ich da mache.

     

    1. Organisiert euch für klare, erreichbare Ziele, die Maßstäbe haben und Möglichkeiten, den Erfolg zu prüfen. „Katharsis“ oder „Erhöhung der Awarness“ sind keine messbaren Ziele. Organisiert euch und die anderen für Dinge, die das Leben der Menschen verbessern.
    2. Es geht nicht darum, zu Aktionen, Protesten oder Kundgebungen zu gehen. Die können manchmal gut tun, aber es gibt eine Tendenz dazu, den Protest als „wenigstens etwas tun“ wahrzunehmen und von Aktion zu Aktion zu rennen.
    3. Hört auf die Meinungen der Leute. Hört den Menschen erst zu. Schaut euch an, wo sie stehen. Beachtet ihre Probleme. Spekuliert nicht, welche Meinungen oder Probleme die Leute haben könnten.
    4. Organisiert euch nicht nur mit Menschen aus den Subkulturen, Szenen und sozialen Gruppen, die euch nahe stehen. Das führt dazu, dass sich Menschen, die nicht Teil dieser Kultur sind, nicht eingeladen fühlen.
    5. Laßt euch nicht in megaideologische, dogmatische Zwistigkeiten verwickeln. Die Menschen scheren sich nicht um kleine Zankereien darüber, was 1936 passiert ist oder eurer Spaltung von und mit wem auch immer. Das ist als Hobby interessant, die Theorie und Geschichte, und vielleicht auch informativ und inspirierend, aber die Linke ist zu besessen von der Ideologie als Identität. Präsentiert eure Methodik durch die Art, wie ihr euch organisiert.
    6. Respektiert den kollektiven Prozess. Arbeitet Meinungsverschiedenheiten gemeinsam durch. Plant Dinge kollektiv.
    7. Klopft an Türen, führt Telefonate, kontaktiert die Menschen. Benutz keine virtuellen („sozialen“) Medien für die Organisierung.
    8. Seid konsequent. Wie der Trommelschlag. Seid pünktlich. Tut das, von dem ihr gesagt habt, dass ihr es machen werdet.
    9. Schreibt die Leute nicht ab, weil sie zu irgendetwas eine abweichende Position haben. Laßt die Leute nicht alleine und vergesst sie nicht. Die Leute sind nicht entbehrlich.
    10. Sprecht nicht die Menschen im Raum an, die bereits eine Autoritätsposition haben. Organizer gehen zu oft in einen Raum und setzen bei den Leuten an, die schon relativ viel Macht haben.
    11. Die Macht liegt in den Werkshallen, nicht in den Sitzungsräumen. Organisiert von unten nach oben.
    12. Fragt nicht um Erlaubnis.
    13. Seid nah dran an den ArbeiterInnen.
    14. Baut die Organizing-Fähigkeiten von SchülerInnen und Studierenden auf. Sprecht mit SchülerInnen wie mit Erwachsenen, auch wenn ihr euch bewußt seid, dass ihr LehrerInnen seid, denn es geht darum, echte Beziehungen einzugehen. Laß‘ sie lachen.
    15. Habt keine Angst, anderer Meinung zu sein, aber macht euch nichts draus.
    16. Bezieht die Menschen mit ein und lasst sie sich willkommen fühlen, nähert euch ihnen, fragt, wie es den Kindern geht und so Sachen.
    17. Kümmert euch nicht in erster Linie um die Ausstattung der Organisation. Poster, Newsletter und virtuelle Medien sind toll, aber ihr bekommt keinen Nachtisch, wenn ihr euer Gemüse nicht gegessen habt.
    18. Organisiert die Arbeiterklasse, nicht die Linke.

    Quelle: http://organizing.work/2019/07/organizing-advice-i-would-have-given-myself-ten-years-ago/

    Übersetzung: Allgemeines Syndikat Mannheim

     

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