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    Kurzmeldungen aus der FAU

    Gepostet von fauma4 am

    Bildergebnis für FAUEs lohnt sich auch immer mal wieder ein Blick auf die bundesweite Homepage der FAU. Aktuell möchten wir auf drei Beiträge hinweisen:

    • Auch außerhalb der FAU fragen sich viele, wie es denn um das aktuelle Verhältnis der FAU zur Internationalen Arbeiter-Assoziation (IAA) bestellt ist – selbst das neue deutschland berichtete. Dazu hat sich nun das Internatiole Sekretariat der FAU ausführlich zu Wort gemeldet.
    • Ebenfalls auf der Homepage der FAU findet sich ein Bericht über die Gründung der „deliverunion„, einem globalen Zusammenschluss von Basisgewerkschaften im Bereich der neuen Online-Lieferservice-Branche.
    • Im Polski-Theater in Wrocław wurden alle Mitglieder der Arbeiter-Initiative (Inicjatywa Pracownicza – IP) entlassen und sie rufen nun zu Protesten und auch zu Protestschreiben auf. Einen E-Mail-Vordruck und die entsprechenden Adressen nebst weitere Informationen findet ihr hier.

    Neue Termine für die Vollversammlung des Allgemeinen Syndikats Mannheim

    Gepostet von fauma4 am 6. Juni 2016

    Die Vollversammlung der FAU Mannheim findet seit März 2016 am ersten und dritten Freitag im Monat um 19.15 Uhr statt. Sie ist öffentlich, und wir laden jeden recht herzlich ein, sich zu uns zu gesellen und sich einen Eindruck von unserer Arbeit zu machen.

    Ort:

    WildWest
    Alphornstraße 38
    68169 Mannheim (Neckarstadt West)

    Die nächsten Termine:

    17.06.2016

    01.07.2016

    15.07.2016

    05.08.2016

    19.08.2016

    02.09.2016

    16.09.2016

    07.10.2016

    21.10.2016

    04.11.2016

    18.11.2016

    02.12.2016

    16.12.2016

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    Einheit von unten statt Tarifeinheit von oben!

    Gepostet von fauma4 am 19. April 2015

    Arbeitsrechtler Dr. Rolf Geffken brachte es auf den Punkt: die beste Verteidigung gegen die Einschränkung des Streikrechts wird der Streik selbst sein, auch über den 22. Mai hinaus, wenn das sogenannte Tarifeinheitsgesetz im Bundestag beschlossen werden sollte.

    Bei windigsonnigem Frühlingswetter hatten sich am 18. April annähernd 1.000 Menschen in Frankfurt versammelt, um bei lautstarker Musik, mit vielen Fahnen und Transparenten gegen eine gesetzliche Tarifeinheit zu protestieren.

    Organisiert wurde die Demonstration vom Aktionsbündnis „Hände weg vom Streikrecht – Für volle gewerkschaftliche Aktionsfreiheit“, zu ihr aufgerufen haben die Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken (IVG), die Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU), die GDL, verschiedene Gliederungen von ver.di und GEW, ATIF, sowie weitere Organisationen und Einzelpersonen. Die Demonstration begann am Kaisersack und zog über den Willy-Brandt-Platz bis zum Eisernen Steg am Mainufer, um sich dort mit einer Kundgebung gegen das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zu vereinigen.

    Den Anfang einer Reihe von Redebeiträgen machte Winfried Wolf, der Initiator der Streikzeitung der GDL. Er warnte davor, den Gesetzentwurf zur Tarifeinheit isoliert von anderen Angriffen auf die gewerkschaftliche Aktionsfreiheit zu betrachten: Weitere Verschärfungen liegen in den Schubladen des Regierungsparteien. So erwägt man beispielsweise, jedem Arbeitskampf per Gesetz eine Zwangsschlichtung vorzuschalten.

    Bei der Zwischenkundgebung am Willy-Brandt-Platz betonte Rudolf Mühland für die FAU den unschätzbaren Wert, dass so viele KollegInnen der GDL, der Solidaire, Ver.di und der FAU heute gemeinsam zusammenstehen, um das Tarifeinheitsgesetz zu verhindern. Nur so bekomme man auch eine „Einheit“ hin: „Auf freiwilliger Basis, von unten auf, mit gegenseitiger Akzeptanz für die Vielfalt der Organisationen.“ Mühland schloss seine Rede mit einem Zitat aus dem spanischen Widerstand gegen die Franco-Diktatur: „Gemeinsam an einem Pfahl ziehen, drücken und rütteln bis er fällt. Immer bim Interesse der von der Lohnarbeit Abhängigen, der Arbeiterinnen. Das ist Einheit in unserem Sinne.“

    Die Rednerin der französischen Basisgewerkschaft Solidaires führte aus, dass auch in anderen Ländern das Streikrecht unter Beschuss stehe, und dass die Entwicklungen in Deutschland solidarisch beobachtet werden. Bei der Abschlusskundgebung betonte der Arbeitsrechtler Dr. Rolf Geffken, dass die im Gesetz vorgesehene „Mitzeichnung“ eines von der mitgliederstärksten Gewerkschaft beschlossenen Tarifvertrags durch andere Gewerkschaften keinerlei Vertragsfreiheit mehr beinhalte.

    In einer sehr kämpferischen, mitreißenden Rede unterstrich der stellvertretende Vorsitzende der GDL, Norbert Quitter, die Bereitschaft in der kommenden Woche wieder in den Streik zu treten. Er betonte die Wichtigkeit der Unterstützung des Aktionsbündnisse, wenn ab diesem Zeitpunkt wieder gewaltige Verleumdungskampagnen über die GDL hereinbrechen werden: „Helft uns vor allem mit, die in der Öffentlichkeit zu erwartende neue Hetze gegen uns abzuwehren und verbreitet weiter unser gemeinsames Anliegen.“

    Er bekundete die außerordentliche Solidarität mit den in der kommenden Woche ebenfalls in den Ausstand tretenden Erzieherinnen sowie den Postgewerkschaftlern, die gegen die Auslagerung neuer MitarbeiterInnen in eigens gegründete Servicefirmen protestieren, um damit den Haustarifvertrag auszuhebeln. „Gemeinsam müssen wir den Angriffen begegnen, dann können wir auch was erreichen“, schloss Quitter seinen von Applaus begleitenden Redebeitrag.

    Insgesamt wurde auf der Demonstration deutlich, dass genau das, was die Mächtigen verhindern wollen, wirksam und lebendig wird: eine Streik- und Gewerkschaftsbewegung weit über eine Sozialpartnerschaft  hinaus.

    Bildergalerie:

     

    Mannheims „andere“ Arbeiterbewegung

    Gepostet von fauma4 am 17. Februar 2015

    Wir dokumentieren das Interview mit uns aus der aktuellen Ausgabe der Direkten Aktion:

    Aus der eigenen Geschichte lernen

    Die FAU Mannheim hat ein Lesebuch zur Geschichte der lokalen Arbeiterbewegung herausgebracht. Ein Interview mit den HerausgeberInnen.

     

    Wie seid ihr auf die Idee für das Buch gekommen? Was war der Ausgangspunkt?

    Die FAU Mannheim hat 2013 mit vielen anderen regionalen Gruppen eine alternative Veranstaltungsreihe zu der Baden-Württemberger Landesausstellung zur Geschichte der Arbeiterbewegung organisiert. Unsere Absicht war, die Aufmerksamkeit auf Themen zu lenken, die in der Veranstaltungsreihe des Landesmuseums keinen Platz mehr gefunden haben. Dazu gehörten u.a. lokale Aspekte. Das Buch präsentiert die Themen, die auch in unserer gemeinsamen Veranstaltungsreihe keinen Platz mehr fanden, bzw. dokumentiert teilweise auch stattgefundene Veranstaltungen.

     

    Was genau bedeutet für euch die „andere“ Arbeiterbewegung? Wie definiert ihr diesen Begriff? Was wollt ihr damit ausdrücken?

    Der Begriff geht zurück auf die Studie „Die ‚andere‘ Arbeiterbewegung“ von Karl Heinz Roth und Elisabeth Behrens von 1974. Wir wollen damit nicht sagen, dass AnarchistInnen oder AnarchosyndikalistInnen diese „andere“ Arbeiterbewegung wären. Bei Roth sind es vielmehr die wenig bedachten arbeitenden Schichten – unqualifizierte MassenarbeiterInnen, GastarbeiterInnen – die in der offiziellen Geschichtsschreibung nicht vorkommen. Wir verbinden mit dem Begriff für unser Buch eigentlich nichts anderes als die Beschreibung, dass es eben auch Bewegungen und Proteste gab, die oft nicht benannt werden – inhaltlich völlig offen. Der Begriff ist nicht unumstritten und war es auch nicht unter unseren AutorInnen. Deswegen haben wir im Untertitel den Begriff des „Arbeiterradikalismus“ verwendet, den Erhard Lucas in der Debatte der 1970er geprägt hat.

     

    Nach welchen Kriterien habt ihr die Beiträge ausgesucht? Wer hat überhaupt ausgesucht/vorgeschlagen? Wurde im Plenum abgestimmt?

    Es wurde nicht abgestimmt, die Auswahl ist eher aus Zufall zustande gekommen. Wir haben uns ansprechen lassen. Es gab ein starkes Interesse an der Veranstaltungsreihe, und einige ReferentInnen haben direkt Skripte mitgeliefert. Letztlich haben wir ein Herausgebergremium mandatiert, damit uns das Buch nicht in unserer alltäglichen Gewerkschaftsarbeit behindert. Wir haben die Beiträge auch nicht inhaltlich besprochen, denn die Inhalte wollten wir bewusst den AutorInnen überlassen.

     

    Wie seid ihr mit den einzelnen AutorInnen in Kontakt gekommen?

    Das lief sehr unterschiedlich: Hans-Joachim Hirsch vom Stadtarchiv Mannheim haben wir angefragt, weil wir wussten, dass er sich mit dem lokalen Anarchismus beschäftigt. Mia Lindemann hat uns ihre Arbeit zur Rätebewegung angeboten. Uwe Fuhrmann hat eigentlich über die 1948er-Proteste in Stuttgart gearbeitet, seinen Aufenthalt in Mannheim aber genutzt, um die Ereignisse hier vor Ort zu recherchieren. Der Metallarbeiterstreik 1963 ist eine Entdeckung in der Landesausstellung gewesen, die Recherchen dazu gingen von einem Fotobestand aus. Das Thema der wilden Streiks 1973 haben die Mannheimer Jusos in die Diskussion gebracht, da sie selber einen hohen Anteil von Mitgliedern mit Migrationshintergrund haben: Es ist die Geschichte ihrer Eltern oder Großeltern.

     

    Warum gerade Mannheim? Kommt Mannheim eine besondere Stellung zu? Warum gilt das „rote Mannheim“ als radikale Hochburg der Arbeiterbewegung? Wie ist es dazu gekommen? In welchen Kapiteln wird darauf Bezug genommen – und wie? Wie sieht das heute aus?

    Warum Mannheim? Weil wir eben die FAU Mannheim sind! Es ging darum, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Und wir möchten gar nicht behaupten, dass Mannheim eine besondere Stellung zukommt. Ja, Mannheim war eine rote Hochburg, aber bei weitem nicht die einzige. Wenn wir das erklären sollten, brauchten wir sicher einen anderen Ansatz: Das hat etwas mit der lokalen Geschichte der Industrialisierung zu tun – wie auch mit der Frage, wer hier gearbeitet hat und wo diese ArbeiterInnen herkamen. Ansätze dazu finden sich in dem Beitrag von Mia Lindemann. Gerade an dem Beitrag zum Metallarbeiterstreik 1963 lässt sich auch herausarbeiten, dass die Traditionen der verschiedenen Strömungen lange gepflegt wurden.

    Wenn wir heute mit AltgewerkschafterInnen aus Mannheim sprechen, sagen die meisten, es gäbe diese Tradition nicht mehr. Gerade die Neuzugezogenen unter uns nehmen das aber anders wahr: Im Einzelhandelsstreik 2013 stand Mannheim sowohl in der Zahl der bestreikten Betriebe wie auch in der Zahl der Streiktage ganz vorne. Im Frühjahr waren die KollegInnen von Alstom jede Woche auf der Straße, jede Betriebsversammlung endete mit einer Demo. Auch die sozialdemokratischen Parteien berufen sich meines Erachtens hier mehr als anderswo auf eine Tradition der Arbeiterbewegung. Und auch die Kultur nimmt Bezug auf diese Geschichte – die letzten beiden Punkte sind durchaus zweischneidige Schwerter, hier prallen emanzipatorische Tradition und Gentrifizierung aufeinander, aber es gibt nach wie vor diesen Bezug.

    Emma Malsca

    FAU Mannheim (Hg.): Mannheims „andere“ Arbeiterbewegung

    Beispiele eines lokalen Arbeiterradikalismus. Verlag Edition AV, Lich.ISBN 978-3-86841-108-9. 163 Seiten, 14,80 Euro