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    Neuerscheinung zu Mannheimer Streikgeschichte

    Gepostet von fauma4 am 19. November 2019

    Fünf Jahre nach der Sonderausstellung „Durch Nacht zum Licht? Geschichte der Arbeiterbewegung 1863 – 2013“ publiziert das Landesmuseum für Technik und Arbeit einen Sammelband des damaligen Kuratorenteams, der sich ausführlich mit dem Metallarbeitertstreik 1963 beschäftigt. Der 63er Streik war die erste klassenkämpferische Auseinandersetzung in dieser Größe, vor allem war er verbunden mit der ersten Massenaussperrung in der Bundesrepublik. Die Mannheimer Metallarbeiter(*innen) waren besonders kampfbereit und phantasievoll im Streik. Das vorliegende Buch soll auch dies erklären.

    Der Düsseldorfer Fotograf Anton Tripp dokumentierte 1963 den damaligen Metallarbeiterstreik in der Industriemetropole Mannheim. Ein großer Teil dieser fotografischen Aufnahmen findet sich in den Sammlungen von Udo Achten, viele weitere im Ruhr Museum Essen. Ein Autorenteam um Horst Steffens hat nun diese Bestände gesichtet und rund 70 Fotografien ausgewählt, die in diesem Quellenband präsentiert werden. Sie bieten einen lebendigen Querschnitt der Ereignisse und Akteure, portraitieren Männer, Frauen sowie ausländische Mitarbeiter, die am Streikgeschehen teilnehmen. Atmosphärisch wird die „Volksfeststimmung“ an einem 1. Mai ebenso eingefangen wie der Alltag von Streikposten vor den Werkstoren. In mehreren Artikeln wird das Streikgeschehen von 1963 nachgezeichnet. Gewerkschaftliche Akteure des damaligen Arbeitskampfes werden als Zeitzeugen interviewt, und es entsteht auf diese Weise ein eindrucksvolles Bild der damaligen Geschehnisse. Durch die Kamera von Anton Tripp geschaut stehen – ebenso wie in den Zeitzeugen Interviews – die Akteure im Mittelpunkt, die diesen von der IG Metall organisierten Streik führen.

    „Dieser Betrieb wird bestreikt“. Bilder- und Lesebuch zu Streik und Aussperrung 1963 in Mannheim. TECHNIK + ARBEIT, Bd. 15.
    Hrsg. vom TECHNOSEUM – Landesmuseum für Technik und Arbeit.
    280 S. mit 84 Abb., fester Einband.
    ISBN 978-3-95505-100-6. EUR 19,90.

    Ein einführender Beitrag zum Thema findet sich auf der Homepage der Direkten Aktion. Siehe auch unsere eigene Publikation Mannheims „andere“ Arbeiterbewegung. Beispiele eines lokalen Arbeiterradikalismus im Verlag Edition AV.

    BUCHVORSTELLUNG: Mannheims ‘andere’ Arbeiterbewegung

    Gepostet von fauma4 am 22. September 2014

    Wir laden ein für den 25.09.2014 um 20.00 Uhr im wildwest, Alphornstr. 38 in Mannheim:

    Autorinnen und Autoren geben einen Kurzüberblick über die Beiträge, anschließend Sektempfang.

    aabuchwerbung

    Infos zum Buch:

    Das „rote Mannheim“ galt schon lange als „radikale Hochburg“ der Arbeiterbewegung. Aber warum ist das eigentlich so? Die FAU (Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union) Mannheim hat verschiedene HistorikerInnen und AktivistInnen gefragt und ihre Beispiele hier versammelt. Dabei kommen allgemeine Themen wie ein Überblick über die Entwicklung des Anarchismus in Mannheim sowie bekannte Ereignisse wie die Räterevolution 1918/1919 genau so zur Sprache wie vergessene Ereignisse: Denn wer weiß heute noch, dass es 1948 – nicht nur in Mannheim, sondern in der gesamten Bizone – einen politischen Generalstreik gegeben hat? Und wer weiß, dass die spontanen Streiks der GastarbeiterInnen 1973 im Rhein-Neckar-Gebiet nicht nur einer der Initialzünder waren, sondern Mannheim auch eine Hochburg dieser „wilden“ Streiks war?

    Sicherlich lässt sich so letztlich nicht begründen, warum eine Stadt zu einer Hochburg des Arbeiterradikalismus wird. Aber die Geschichte und die Geschichten zeigen auf, warum sich dieser Ruf verfestigt und gehalten hat und geben ein Instrumentarium an die Hand, das auch hilft, die Stadt und ihre Kämpfe heute besser zu verstehen.