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    Initiative „Nein zum Krieg! Solidarität mit Afrin!“ Mannheim

    Gepostet von fauma4 am 1. Februar 2018

    Seit dem 20. Januar greift die Türkei mit Truppen, mit Kampfjets und Panzern die kurdische Enklave Afrin im Norden Syriens an. In der Region Afrin leben etwa eine Million Menschen. Dorthin sind auch hunderttausende Flüchtlinge innerhalb Syriens geflohen. Sie werden verteidigt von den Verbänden der kurdischen YPG. Viele zivile Opfer sind bei der türkischen Invasion zu befürchten.

    Die Frauen und Männer der kurdische YPG haben mit Luftunterstützung der USA erfolgreich den IS bekämpft. Sie haben den dschihadistischen Terror in Kobanê besiegt und die syrische Stadt Raqqa vom Terror-Kalifat befreit.

    Der vom türkischen Autokrat Erdoğan lange vorbereitete Angriff zielt auf die Zerschlagung der mit allen BewohnerInnen verschiedenster Herkunft in der Region entwickelten demokratischen Selbstverwaltung und der garantierten Gleichberechtigung der Frauen sowie auf die Kontrolle der syrischen Grenzregion zur Türkei.

    Der NATO-Verbündete Türkei operiert in diesem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Afrin gemeinsam mit den islamistischen Terrormilizen in der Region. Es ist eine Schande, dass die Großmächte und die regionalen Einflussstaaten die Menschen in Afrin fallengelassen haben. Deutsche Leopard-2-Panzer kommen in Afrin zum Einsatz. Dass die deutsche Bundesregierung mit dem türkischen Gewaltherrscher paktiert und sein Krieg mit deutschen Waffenlieferungen unterstützt wird, tritt Menschenrechte mit Füssen und verstößt auch gegen deutsche Gesetze und gegen das Grundgesetz.

    Wenn Erdoğan die kurdische Enklave Afrin in Syrien zerstören sollte, dann droht ein weiterer Krieg in Syrien mit zahlreichen Menschenrechtsverbrechen.

    Wir fordern, dass die Bundesregierung diesen Krieg eindeutig verurteilt und jegliche Beihilfe auch über NATO-Strukturen einstellt.

    Wir fordern den sofortigen Rückzug der türkischen Armee und aller ihrer islamistischen Söldnermilizen.

    Wir fordern den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte in die Türkei.

    Wir fordern einen endgültigen Stopp aller Pläne, türkische Panzer durch den Rheinmetallkonzern zu modernisieren.

    Syrien braucht Frieden und Demokratie. Die Kurdinnen und Kurden in Syrien brauchen heute unsere Anerkennung und Solidarität.

     Mit diesem Aufruf fand am Samstag, 27.1.2018, 12:00h, Mannheim, vor dem Hauptbahnhof, eine Kundgebung statt, sie wurde unterstützt von:

    attac Mannheim, Aufstehen gegen Rassismus Rhein-Neckar, DIDF-Mannheim, DIE LINKE Mannheim, DIE LINKE Ludwigshafen, FAU Mannheim, Friedensplenum Mannheim, Kurdisches Gesellschaftszentrum, Linksjugend [’solid] Mannheim.

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    Wir dokumentieren außerdem den Text der Anarchistischen Gruppe Mannheim (AGM) zu dem Thema:

    Gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien

    Wir protestieren gegen den brutalen Angriff der türkischen Armee auf das kurdische Gebiet Afrin. Der Kanton Afrin ist Teil der Demokratischen Föderation Nordsyrien (Rojava), die trotz des Bürgerkriegs seit 2013 stetig aufgebaut wird. Die Menschen in Rojava werden erneut durch das Elend des Kriegs bedroht.

    Ebenso protestieren wir gegen den Einsatz deutscher Waffen, die an die türkische Armee geliefert werden. Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur und wie jetzt in Rojava werden Menschen einmal mehr durch deutsche Panzer zusammengeschossen.

    Als hätten die Menschen in Rojava nichts Besseres zu tun. Denn von der Weltöffentlichkeit kaum beachtet, ist in Rojava ein bedeutender gesellschaftlicher Wandel im Gang. Die Wirtschaft wird auf basisdemokratische und selbstverwaltete Strukturen umgestellt, die Gleichberechtigung der Frauen schreitet voran. Menschenrechte und Religionsfreiheit sind gewährleistet und die Todesstrafe wurde abgeschafft.

    Die soziale Veränderung in Rojava wird vor allem durch die PYD (Partei der Demokratischen Union) beeinflusst, die sich auf dem demokratischen Konföderalismus ausrichtet. Daneben gibt es eine Miliz, die YPG/YPJ (Volks- und Frauenverteidigungseinheiten), die am entschlossensten und erfolgreichsten den terroristischen „Islamischen Staat“ (IS) bekämpft hat.

    In Rojava leben rund fünf Millionen Menschen. Es gibt eine große Anzahl von Flüchtlingen, die wegen des Bürgerkriegs aus anderen syrischen Landesteilen in Rojava Aufnahme gefunden haben. Das ist eine der vielen gesellschaftlichen Fragen, die noch gelöst werden müssen. Und dafür braucht es Frieden, um die zukunftsweisende Selbstverwaltung in Rojava weiter auszubauen.

    Aber Frieden bekommen die Menschen in Rojava durch den Präsidenten Erdogan nicht. Die türkische Regierung will an ihrer Grenze kein kurdisches Selbstverwaltungsgebiet. Sie fürchtet, dies könnte den Autonomiebestrebungen der Kurd*innen in der Türkei weiteren Auftrieb geben. Der türkische Staat hat seit Jahrzehnten den Widerstand in Kurdistan blutig unterdrückt. Erdogan braucht auch die nationalistische Mobilisierung gegen einen äußeren Feind. Religiöse und säkulare Türk*innen sollen treu zu „ihrer“ Regierung stehen, sobald es gegen die Kurd*innen geht. Und tatsächlich unterstützen viele türkische Oppositionsparteien – mit Ausnahme der pro-kurdischen HDP (Demokratische Partei der Völker) – den Militäreinsatz gegen Afrin.

    Die deutsche Bundesregierung unterstützt das Regime Erdogan, weil sie mit der Türkei einen schmutzigen „Flüchtlingsdeal“ abgeschlossen hat. Dieser soll Menschen von Europa fernhalten, welche dem Elend und den Kriegen entkommen wollen, die der Kapitalismus über ihre Länder brachte.

    Im Kampf gegen den IS haben die syrischen Kurd*innen sowohl von Russland als auch von den USA militärische Unterstützung erhalten. Jetzt, nachdem der IS fast besiegt ist, werden sie von beiden Mächten im Stich gelassen, die den aktuellen Angriff der Türkei auf Afrin dulden. Dies zeigt einmal mehr, dass sich um Befreiung kämpfende Menschen nicht auf die Unterstützung von Staaten oder anderen hierarchischen Mächten verlassen dürfen. Diese mögen ihnen zwar zeitweise helfen – sofern es ihren Interessen nützt. Sobald dies nicht mehr der Fall ist, sind solche Mächte jederzeit bereit, ihre bisherigen Verbündeten fallen zu lassen.
    Wirkliche Befreiung kann nur durch ein Bündnis von Unterdrückten aller Länder erreicht werden, die sich gegen jede Form der Herrschaft und Ausbeutung zur Wehr setzen und damit den Interessen der unterdrückenden Mächte widersprechen. Nur eine solche Bewegung kann eine neue solidarische und gerechte Welt schaffen.

    Türkische Armee raus aus Kurdistan!
    Stopp den türkischen Militäreinsatz gegen Afrin!
    Aufhebung des Verbots der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK)
    und anderer kurdischer Organisationen in Deutschland!
    Solidarität mit der Selbstverwaltung in Rojava!

    Ankündigung

    Der Anarchist und Arzt Dr. Michael Wilk war schon viele Male in Rojava und unterstützt dort die medizinische Versorgung. Er war auf Einladung der Anarchistischen Gruppe schon zweimal in Mannheim und berichtete auf Veranstaltungen von seinen Erfahrungen. Voraussichtlich im April 2018 ist ein weiterer Vortrag mit Michael Wilk in Mannheim geplant. Der genaue Veranstaltungstermin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

    Literatur

    In der Schriftenreihe der Anarchistischen Gruppe Mannheim haben wir den Rojava-Reader (Texte aus libertärer und anarchistischer Sicht) veröffentlicht. Die Broschüre kann entweder kostenlos auf unserer Homepage gelesen oder in der gedruckten Form (96 Seiten, DIN A4) zum Preis von 4,- Euro erworben werden.

    Ende Januar 2018

     

     

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    Permanente Terminänderung: Vollversammlungen des Allgemeinen Syndikats Mannheim

    Gepostet von fauma4 am 22. Januar 2018

    Liebe Kolleg*innen und Genoss*innen,

    an jedem 3. Freitag im Monat findet global und auch in Mannheim eine „critical mass“ statt. Die Critical Mass ist eine internationale Form der direkten Aktion, mit der Radfahrer darauf aufmerksam machen möchten, dass sie ebenso wie motorisierte Fahrzeuge Teil des Straßenverkehrs sind.

    Nach der Tour treffen sich die Teilnehmer*innen zukünftig im wildwest, Alphornstr. 38, 68169 Mannheim.

    Um diese Treffen zu ermöglichen, finden die Treffen des Allgemeinen Syndikats Mannheim ab Februar 2018 am zweiten und vierten Freitag im Monat um 19.15 Uhr statt.

    Schwarzer Freitag: Widerstand gegen Fertigmacher und Union Buster

    Gepostet von fauma4 am 25. Oktober 2017

    Die aktion./.arbeitsunrecht hat sich vorgenommen, den augenzwinkernden Aberglauben in der deutschen Arbeitswelt rund um Freitag, den 13. zu nutzen. Sie wollen den Schwarzen Freitag als Widerstandstag der arbeitenden Bevölkerung etablieren.

    Ziel des Aktionstags Schwarzer Freitag, 13. Oktober 2017 war die Mode-Kette H&M (Hennes&Mauritz). Die FAU Mannheim beteiligte sich mit Flugblattaktionen vor zwei Mannheimer Filialen.

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    „Sacco und Vanzetti“ im Cinema Quadrat

    Gepostet von fauma4 am 12. Oktober 2017

    Datum: 25. & 30. 10. 2017, 19:30
    Ort: Cinema Quadrat, Collini-Str. 1, Mannheim

     

    Sacco und Vanzetti_02-Protest in Berlin 1927Der Justizskandal um die italienischen Anarchisten Sacco und Vanzetti ist weltbekannt. Dafür haben zeitgenössisch bekannte Autoren wie Upton Sinclair mit seinem Roman „Boston“ oder Erich Mühsam mit seinem Stück „Staatsräson“ gesorgt, wesentlich bekannter dürfte allerdings der Film „Sacco und Vanzetti“ von Guiliano Montaldo aus dem Jahr 1971 sein – vor allem durch die Musik von Ennio Morricone und hier vor allem durch die seitdem zur linken Hymne gewordene Ballade „Here’s to you“ in der wunderbaren Version von Joan Baez. 2006 legte Peter Miller einen gleichnamigen Dokumentarfilm vor, der erst seit diesem Jahr in deutscher Übersetzung vorliegt und nun mit unserer Unterstützung auch zweimal im Cinema Quadrat gezeigt wird.

    Der Fall Sacco und Vanzetti ist dabei für uns aus mehreren Gründen interessant: Nicht nur handelte es sich um zwei Arbeitermilitante, die hier Oper der US-amerikanischen Klassenjustiz wurden und Parallelen zu Fällen wie jenem von Mumia Abu-Jamal und Leonard Peltier aufscheinen lassen, sondern der Fall gewinnt auch deswegen an Aktualität, weil es sich um Arbeitsmigranten handelte. So schreibt Bartolomeo Vanzetti in einem Brief aus dem Gefängnis:

    „Warum wurden alle meine Zeugen, einfache Leute, die nur die einfache Wahrheit sagen wollten, über die Achsel schief angesehen und ausgelacht? Ihren Worten wurde nicht geglaubt, denn sie waren ja auch nur Ausländer… die Zeugenaussagen von Menschen sind glaubhaft – aber von Ausländern… bah!“

    Doch es gibt noch einen weiteren, ganz entscheidenden Punkt, der den Fall Sacco und Vanzetti zu einem spannenden Ereignis werden lässt: Die für heutige Verhältnisse schier unglaubliche und strömungsübergreifende Solidarität: In der Weimarer Republik waren die Proteste für Sacco und Vanzetti eine der seltenen gemeinsamen Aktionen von Kommunist*innen, Anarchist*innen und Syndikalist*innen – gemeinsam konnten sie 100.000 Menschen in Berlin mobilisieren. Die größten Demonstrationen für Sacco und Vanzetti fanden in Frankreich und im bereits faschistischen Italien statt. 24stündige Generalstreiks gab es u.a. in New York, in Montevideo und in zahlreichen Städten Süd- und Mittelamerikas. Die globalen Unruhen angesichts der empfundenen (und tatsächlichen) Ungerechtigkeit ließen selbst die Aktienkurse fallen.

    Und so zeigt uns der Fall „Sacco und Vanzetti“ auch eindrücklich, wie Internationale Solidarität – selbst für einzelne Personen – möglich ist, wenn die Arbeiterklasse an einem Strang zieht.