Frankfurt: Gut gewühlt, alte Schildkröte? Ratschlag zur Zukunft des express [express]

Datum: 21. 09. 2019, 13:30 - 18:30
Ort: Saalbau Gallus, Frankenallee 111, Frankfurt am Main

Seit nunmehr 57 Jahren gibt es den express als Forum für Debatten und Berichte einer undogmatischen, antiautoritären und internationalistischen Linken in der Gewerkschafts- und ArbeiterInnenbewegung. Mit seiner Nähe zum betrieblichen und gewerkschaftlichen Geschehen bei gleichzeitiger finanzieller Unabhängigkeit ist er ein in Deutschland einzigartiges Projekt. Inzwischen rückt aber der Zeitpunkt näher, an dem es mit dem bisherigen Finanzierungsmodell aus Aboeinnahmen, Spenden und einem dahinschmelzenden Vereinsvermögen nicht mehr weitergehen wird. Es ist also höchste Zeit, über Zustand und Zukunft unserer Zeitung zu beratschlagen.
Die Frage, wie der express politisch verortet ist, zu welchen Debatten er in welcher Per­ spektive und mit welchem Ertrag beiträgt, wollen wir anhand der Diskussion um eine »Neue Klassenpolitik« besprechen. In anderen Publikationen und Diskussionszirkeln hat sie in den letzten Monaten größere Wellen geschlagen, im express war dieses Schlagwort eher selten zu lesen. Liegt das daran, dass für eine Zeitung, deren wesentlicher Zweck die Beschäftigung mit Emanzipationsprozessen in der und gegen die Arbeit ist, die Debatte gar nichts Neues zu bieten hat? Steht die Diskussion nicht trotzdem für eine Hinwendung jüngerer Linker zu Problemstellungen, die wir für wesentlich erachten? Kann der express nicht auch wegen seiner generationenübergreifenden AutorInnen- und LeserInnenschaft nützliche Dienste leisten, ebenso wegen seiner Tendenz, über den gewerkschaftlichen und den nationalen Tellerrand zu blicken und andere soziale Bewegungen ebenso im Blick zu haben wie andere Länder? Gibt es eigentlich eine besondere express-Perspektive auf Klassenverhältnisse, auf Klassen und ihre Kämpfe? Ausgerüstet mit zwei inhaltlichen Inputs von Stefanie Hürtgen und Kirsten Huckenbeck wollen wir diese Debatte mit euch führen.
Der zweite Teil des Tages soll in einer konkreteren Auseinandersetzung mit dem express bestehen – auf welche Besonderheiten und Stärken sollten wir setzen, welche alten Schrullen sollten wir besser lassen? Was ist der Gebrauchswert der Zeitung in den aktuellen Auseinandersetzungen? Sieht sie eigentlich gut aus? Was fehlt – inhaltlich und konzeptionell? Und nicht zuletzt: Welche Ideen für die finanzielle Konsolidierung bringt Ihr mit?
Ihr, die wir Euch zu diesem Ratschlag einladen und auf deren Expertise, Kreativität und Scharfsinn wir setzen, kommt aus verschiedensten Ecken: Ihr seid in Euren Betrieben aktiv, mit oder ohne Mandat, mit oder ohne Zugehörigkeit zu einer großen Gewerkschaft. Ihr arbeitet in Universitäten, oder Ihr habt längst beschlossen, dass kritisches Denken viel besser außerhalb des akademischen Apparates gedeiht. Ihr arbeitet in autonomen Gruppen daran, eine linke Bewegung aufzubauen, die sich nicht in versteckte Szene-Biotope zurückzieht. Ihr seid Hauptamtliche und wollt erreichen, dass Eure Gewerkschaft Teil einer lebendigen, kämpferischen ArbeiterInnenbewegung ist. Liebe Freundinnen und Freunde – Was wollt Ihr eigentlich von uns?

»Ratschlag zur Zukunft des express –
Zeitung für sozialistische Betriebs- und
Gewerkschaftsarbeit«

Wann: 21. September 2019,
13.30 – 18.30 Uhr, anschließend:
Beisammensein, Essen und Trinken
Wo: Saalbau Gallus, Frankenallee 111, 60326 Frankfurt am Main.
Wie: Interessiert? Dann meldet euch bitte per E-Mail unter express-afp@online.de bei uns, wir senden euch dann frühzeitig das Tagesprogramm.

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