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    Lohnerhöhung und Verschleißpauschale: Erste Verhandlungen zwischen Foodora und FAU Berlin

    Gepostet von fauma4 am 24. August 2017

    Erste Ergebnisse in den Verhandlungen zwischen Foodora und der
    Basisgewerkschaft FAU Berlin

    Bildergebnis für foodora FAU deliverunionAm Freitag, den 18. August endete die erste Verhandlungsrunde zwischen
    der FAU Berlin und der Foodora-Geschäftsführung mit Zusagen des
    Essenslieferanten. So hat sich Foodora bereit erklärt, bis zum nächsten
    Verhandlungstermin Ende September ein Modell der gestaffelten
    Entgelterhöhung nach Betriebszugehörigkeit vorzulegen und die Kosten für
    Betriebsmittel mit einer Verschleißpauschale abzudecken. In den
    Gesprächen räumte Foodora außerdem ein, im Frühjahr 2017 Fehler gemacht
    zu haben, indem zu viele Fahrer_innen eingestellt wurden. Dies sieht die
    FAU Berlin als Grund für zu wenig Schichten, hohen Arbeitsdruck und ein
    System der Arbeit auf Abruf. Mit mehr Transparenz in Bezug auf die
    Schichtplanung und mit einer Mindestprozentzahl an ständig freien
    Schichten will die Basisgewerkschaft mehr Flexibilität für die
    Fahrer_innen durchsetzen. Foodora sicherte zu, bis zu nächstem
    Verhandlungstreffen ein Schichtplanungsmodell zu entwickeln, das diesen
    Anforderungen entspricht.

    Damit hat sich die Unternehmensführung Zeit gekauft. Die Frage nach der
    Höhe der Verschleißpauschale, aber auch die genaue Umsetzung der
    Entgelterhöhung bleiben aber vorerst offen. „Es ist zwar Bewegung in die
    Verhandlungen gekommen, aber noch sind nicht alle unsere Forderungen
    erfüllt“, erklärt Georgia Palmer, selbst Foodora-Fahrerin und Teil der
    Verhandlungskommission der FAU Berlin. „Beim nächsten Treffen erwarten
    wir von Foodora konkrete Zahlen, wie sie die Betriebsmittelkosten
    abdecken und die Lohnerhöhung umsetzen wollen. Ansonsten werden wir zu
    gewerkschaftlichen Maßnahmen greifen. Das kann auch heißen: Streik“.

    Foodora sicherte in der ersten Verhandlung eine Verschleißpauschale für
    Fahrräder zu, die nicht unter den 10 Cent pro Kilometer liegen werde,
    die Marktkonkurrent Deliveroo bereits zahlt und kündigte erstmals an,
    die Einführung von Leihfahrrädern zu prüfen. Nach Berechnungen der FAU
    Berlin müsste eine Verschleißpauschale allerdings 35 Cent pro Kilometer
    betragen. Zudem fordert die Basisgewerkschaft 1,- Euro mehr pro Stunde
    für alle Fahrer_innen, die in Berlin mit einem Einstiegsgehalt von 9,- €
    pro Stunde kaum über dem Mindestlohn liegen. Eine solche Entgelterhöhung
    ist laut der jüngsten Umfrage der FAU Berlin unter 150
    Foodora-Fahrer_innen die dringendste Forderung der Belegschaft. „Bevor
    wir einen Haustarifvertrag abschließen, werden wir alles, was wir in den
    Verhandlungen erreichen, den Foodora-Mitarbeiter_innen nochmals zur
    Abstimmung vorlegen“, so Palmer weiter.

    Die Kampagne #Deliverunion der FAU, die ungebrochen Zulauf erfährt und
    inzwischen auch Essenskuriere außerhalb von Berlin mobilisieren kann,
    hatte zuletzt mit einer Demonstration am 28. Juni von sich reden
    gemacht. Bei der Kundgebung hatten Fahrer_innen von Deliveroo
    Fahrradteile vor der Unternehmenszentrale aufgehäuft, um auf die hohen
    Verschleißkosten aufmerksam zu machen, die von den Unternehmen nicht
    übernommen werden. Während Foodora sich zu Verhandlungen mit den
    Fahrer_innen der FAU Berlin bereit erklärte, blockiert der
    Marktkonkurrent Deliveroo weiterhin die Gespräche. „Deliveroo hat sich
    damit keinen Gefallen getan“, kritisiert Clemens Melzer, Pressesekretär
    der FAU Berlin. Das britische Unternehmen setzt im Gegensatz zu Foodora
    auch auf selbstständige Essenskuriere und sorgt zurzeit wegen Streiks in
    Spanien und Frankreich für Negativschlagzeilen. Die FAU Berlin werde den
    Druck auf Deliveroo erhöhen und sich dabei nicht mehr auf Kundgebungen
    beschränken, kündigt Melzer an: „Die Verhandlungen mit Foodora sind nur
    eine Baustelle. Wir möchten Verbesserungen in der gesamten Branche
    durchsetzen.“

    Andrea Nahles‘ neuer Angriff auf die Arbeiterklasse

    Gepostet von fauma4 am 3. März 2017

    Mit ihrem Ende November 2016 vorgelegten «Weißbuch Arbeiten 4.0» findet ein anderthalb Jahre währender, vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales organisierter sogenannter Dialogprozess seinen vorläufigen Abschluss. Ziel war die Erstellung eines Leitbildes für die Arbeitswelt der Zukunft und die Vorbereitung eines «neuen gesellschaftlichen Flexibilitätskompromisses ». Jenseits blumiger Projektionen auf künftige Chancen für den Wirtschaftsstandort Deutschland und neuer Freiheiten für die «Work-Life-Balance» der Beschäftigten ist dabei eine klare Agenda erkennbar: Durch Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen soll künftig vom Arbeitsrecht, vor allem vom Arbeitszeitgesetz, abgewichen werden können – und zwar zulasten der ArbeitnehmerInnen.

    Jörn Böwe hat für die Rosa-Luxemburg-Stiftung diese Flexibilisierungsoffensive, ein erneuter Angriff auf die Errungenschaften der Arbeiterbewegung und eine neue gezielte Prekarisierung durch die Regierung, detailiert beschrieben. Hier das pdf.

    MVV Energie tätigt über juwi Millionengeschäfte mit GE: Der Arbeitsplatzvernichter GE muss in die Pflicht genommen werden!

    Gepostet von fauma4 am 11. Dezember 2016

    Wir dokumentieren einen Beitrag aus dem Kommunalinfo Mannheim:

    Vor einigen Tagen hat der Mannheimer Gemeinderat eine Solidaritätserklärung zum Kampf der Beschäftigten bei GE beschlossen.

    Nun ist bekannt geworden, dass die MVV Energie über ihre Beteiligung  juwi (Anteilseigner: 63% MVV Energie AG) Millionengeschäfte mit GE macht. Die MVV Energie ist mehrheitlich im Besitz der Stadt und einige Gemeinderäte, an der Spitze Oberbürgermeister Peter Kurz als AR-Vorsitzender, gehören dem Aufsichtsrat an.

    Nun muss die Frage gestellt werden, ob den Aufsichtsräten dieses Millionengeschäft mit GE bekannt war. Dann muss die Frage gestellt werden, ob die Geschäftstätigkeit mit GE nicht der Hebel sein muss, um Druck auf GE auszuüben, um die Arbeitsplätze bei GE zu erhalten. Wenn GE dies nicht zu sichern kann, sollte die Geschäftstätigkeit  von MVV/JUWI mit GE sofort gestoppt werden.  Wenn die Solidaritätsresolution des Mannheimer Gemeinderats mehr wert ist als ein Stück Papier, dann muss genau dies getan werden.

    Die Anhänger der Freien Marktwirtschaft werden aufschreien, hier würde in die grundgesetzlich garantierte unternehmerische Freiheit eingegriffen. Aber das Grundgesetz, Artikel 14.2, garantiert auch die Sozialverpflichtung des Eigentums (“Eigentum verpflichtet“). Wenn GE gegen diese grundgesetzliche Verpflichtung handelt, dann muss GE in die Pflicht genommen und die Stadt muss entsprechend handeln.

    Zusätzlich ist nun bekannt geworden, dass die Kieler Stadtwerke, an denen die MVV eine Mehrheitsbeteiligung hält, ebenfalls große Geschäfte mit GE tätigen.

    In einer Pressemeldung von GE vom 22.11.2016 heißt es: „Baustart von Deutschlands flexibelstem Kraftwerk in Kiel – Größter Auftrag für Jenbacher Gasmotoren von GE“.

    Dass die Zusammenarbeit von MVV/juwi sich nicht in Einzelfällen erschöpft sondern strategisch ausgerichtet ist, belegt auch der unten stehende Artikel.

    Im einschlägigen Online-Nachrichtenportal IWR heißt es:

    „juwi und General Electric schmieden Pläne

    Wörrstadt – Der Windenergie-Projektierer juwi und der amerikanische Hersteller von Windenergieanlagen General Electric (GE) bauen ihre Kooperation aus. Grund sind Vorbereitungen auf das kommende Ausschreibungssystem.
    Der rheinland-pfälzische Projektentwickler juwi und der Windturbinen-Hersteller GE Renewable Energy aus den USA intensivieren ihre Zusammenarbeit. Es geht gleich um über hundert neue Windenergieanlagen (genau genommen 110, die Red.). (…)

    Unternehmen vertiefen bewährte Kooperation
    Juwi und GE Renewable Energy haben bereits gemeinsam 16 Projekte mit insgesamt 60 Anlagen realisiert. Für die beiden Unternehmen ist der Vertrag eine neue Stufe in der Zusammenarbeit.“

    http://www.iwr.de/news.php?id=32601

    Roland Schuster – aus: Kommunal-Info Mannheim Nr. 24 / 2016

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