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    Her mit der Kohle!

    Gepostet von fauma4 am 1. Mai 2018

    Wen die Gewerkschaften, auch wir, nicht selten vergessen, das sind die Selbstständigen – oftmals klein- oder soloselbstständig und damit finanziell prekär. So wie wir von Bossen Löhne eintreiben, wird es dann und wann auch mal nötig sein, Honorare von Auftraggebern einzutreiben.

    Als Info und Handreichung dazu haben wir nun gemeinsam mit dem Kultursyndikat der FAU Berlin die Broschüre „Ich will mein Geld!“herausgegeben. Beschrieben wird das gerichtliche Mahnverfahren ebenso wie die Möglichkeiten, die wir als Gewerkschaft haben.

    Die Broschüre ist kostenfrei bei unseren Treffen und Veranstaltungen erhältlich, ebenso bei anderen Syndikaten der FAU. Außerdem könnt ihr sie hier herunterladen.

    Kurzdossier: Die „Neue Rechte“ ( und Rechtsextreme!) im Betrieb

    Gepostet von fauma4 am 7. März 2018

    2018 ist betrieblich gesehen Superwahljahr – in zahlreichen Betrieben werden neue Betriebsräte gewählt. Die Zeitschrift „Compact“ des ehemaligen Anti- und jetzt Ultradeutschen Jürgen Elsässer, die den „Identitären“ nahestehende Initiative „Ein Prozent für unser Land“ und die patriotische Plattform der AfD haben gemeinsam die Kampagne „Werde Betriebsrat!“ gegründet, um die Betriebsräte von rechts zu unterwandern.

    Die ersten Betriebsratswahlen sind mittlerweile gelaufen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet am 04. März 2018 über die neurechten Betriebsratsmitglieder bei Benz, die bereits gewählt wurden.

     Hintergründe

    Ein ausführliches und stetig aktualisiertes Dossier zu diesem Thema bietet labournet. Der DGB Rheinland-Pfalz-Saarland hat dankenswerterweise alle Gruppen aus dem Spektrum gelistet.

    In der Zeit vom 14.02.2018 findet sich zum Thema ein Interview mit Klaus Dörre.

    Infos von links unten

    Bereits im Januar 2018 titelte die Jungle World „Die blaue Garde des Proletariats“ . Auch der express widmet dem Thema in seiner aktuellen Ausgabe mehrere Artikel, die dankenswerterweise auch alle online dokumentiert sind. Der „arbeiterkampf“ (äh… „analyse und kritik“) widmet dem Thema einen ausführlichen Beitrag und die wildcat stellt (leider nicht online) die Frage nach rechten Kolleg*innen.

    Die Stuttgarter Initiative Klassenkampf hat einen Faktencheck zur der rechtsextremen Liste „Zentrum Automobil“ herausgegeben.

    Infos aus der FAU

    das Postdamer Syndikat der FAU hat sich in einem Flugblatt ausführlich mit dem „Alternativen Arbeitnehmerverband Mitteldeutschland“ beschäftigt.  In der Direkten Aktion ist bereits Anfang Januar ein ausführlicher Artikel zum Thema erschienen, der im Februar durch ein Interview mit einem Betriebsratsmitglied ergänzt wurde.

    Zwischenfazit

    Rechte Listen bei Betriebsratswahlen gab es auch zuvor schon, rechte Kolleg*innen sowieso. Gerne nehmen wir das Erscheinen vermehrter rechter BR-Listen aber zum Anlass, um auch in den Betrieben klare Kante gegen rechts zu zeigen! Unsere Belegschaften und unsere ganze Klasse sind zum Glück multikulturell zusammengesetzt und die Solidarität kennt keine Beschränkungen. Wer nicht für ein erfundenes Volk, sondern für seine Kolleginnen und Kollegen kämpfen will, kann nur für alle zusammen eintreten. Wir halten es mit Karl Marx:

    Die Arbeiter haben kein Vaterland.

    Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben.

    Wir sind stolz und bewusst „vaterlandslose Gesellen“!

    Initiative „Nein zum Krieg! Solidarität mit Afrin!“ Mannheim

    Gepostet von fauma4 am 1. Februar 2018

    Seit dem 20. Januar greift die Türkei mit Truppen, mit Kampfjets und Panzern die kurdische Enklave Afrin im Norden Syriens an. In der Region Afrin leben etwa eine Million Menschen. Dorthin sind auch hunderttausende Flüchtlinge innerhalb Syriens geflohen. Sie werden verteidigt von den Verbänden der kurdischen YPG. Viele zivile Opfer sind bei der türkischen Invasion zu befürchten.

    Die Frauen und Männer der kurdische YPG haben mit Luftunterstützung der USA erfolgreich den IS bekämpft. Sie haben den dschihadistischen Terror in Kobanê besiegt und die syrische Stadt Raqqa vom Terror-Kalifat befreit.

    Der vom türkischen Autokrat Erdoğan lange vorbereitete Angriff zielt auf die Zerschlagung der mit allen BewohnerInnen verschiedenster Herkunft in der Region entwickelten demokratischen Selbstverwaltung und der garantierten Gleichberechtigung der Frauen sowie auf die Kontrolle der syrischen Grenzregion zur Türkei.

    Der NATO-Verbündete Türkei operiert in diesem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Afrin gemeinsam mit den islamistischen Terrormilizen in der Region. Es ist eine Schande, dass die Großmächte und die regionalen Einflussstaaten die Menschen in Afrin fallengelassen haben. Deutsche Leopard-2-Panzer kommen in Afrin zum Einsatz. Dass die deutsche Bundesregierung mit dem türkischen Gewaltherrscher paktiert und sein Krieg mit deutschen Waffenlieferungen unterstützt wird, tritt Menschenrechte mit Füssen und verstößt auch gegen deutsche Gesetze und gegen das Grundgesetz.

    Wenn Erdoğan die kurdische Enklave Afrin in Syrien zerstören sollte, dann droht ein weiterer Krieg in Syrien mit zahlreichen Menschenrechtsverbrechen.

    Wir fordern, dass die Bundesregierung diesen Krieg eindeutig verurteilt und jegliche Beihilfe auch über NATO-Strukturen einstellt.

    Wir fordern den sofortigen Rückzug der türkischen Armee und aller ihrer islamistischen Söldnermilizen.

    Wir fordern den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte in die Türkei.

    Wir fordern einen endgültigen Stopp aller Pläne, türkische Panzer durch den Rheinmetallkonzern zu modernisieren.

    Syrien braucht Frieden und Demokratie. Die Kurdinnen und Kurden in Syrien brauchen heute unsere Anerkennung und Solidarität.

     Mit diesem Aufruf fand am Samstag, 27.1.2018, 12:00h, Mannheim, vor dem Hauptbahnhof, eine Kundgebung statt, sie wurde unterstützt von:

    attac Mannheim, Aufstehen gegen Rassismus Rhein-Neckar, DIDF-Mannheim, DIE LINKE Mannheim, DIE LINKE Ludwigshafen, FAU Mannheim, Friedensplenum Mannheim, Kurdisches Gesellschaftszentrum, Linksjugend [’solid] Mannheim.

    ***

    Wir dokumentieren außerdem den Text der Anarchistischen Gruppe Mannheim (AGM) zu dem Thema:

    Gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien

    Wir protestieren gegen den brutalen Angriff der türkischen Armee auf das kurdische Gebiet Afrin. Der Kanton Afrin ist Teil der Demokratischen Föderation Nordsyrien (Rojava), die trotz des Bürgerkriegs seit 2013 stetig aufgebaut wird. Die Menschen in Rojava werden erneut durch das Elend des Kriegs bedroht.

    Ebenso protestieren wir gegen den Einsatz deutscher Waffen, die an die türkische Armee geliefert werden. Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur und wie jetzt in Rojava werden Menschen einmal mehr durch deutsche Panzer zusammengeschossen.

    Als hätten die Menschen in Rojava nichts Besseres zu tun. Denn von der Weltöffentlichkeit kaum beachtet, ist in Rojava ein bedeutender gesellschaftlicher Wandel im Gang. Die Wirtschaft wird auf basisdemokratische und selbstverwaltete Strukturen umgestellt, die Gleichberechtigung der Frauen schreitet voran. Menschenrechte und Religionsfreiheit sind gewährleistet und die Todesstrafe wurde abgeschafft.

    Die soziale Veränderung in Rojava wird vor allem durch die PYD (Partei der Demokratischen Union) beeinflusst, die sich auf dem demokratischen Konföderalismus ausrichtet. Daneben gibt es eine Miliz, die YPG/YPJ (Volks- und Frauenverteidigungseinheiten), die am entschlossensten und erfolgreichsten den terroristischen „Islamischen Staat“ (IS) bekämpft hat.

    In Rojava leben rund fünf Millionen Menschen. Es gibt eine große Anzahl von Flüchtlingen, die wegen des Bürgerkriegs aus anderen syrischen Landesteilen in Rojava Aufnahme gefunden haben. Das ist eine der vielen gesellschaftlichen Fragen, die noch gelöst werden müssen. Und dafür braucht es Frieden, um die zukunftsweisende Selbstverwaltung in Rojava weiter auszubauen.

    Aber Frieden bekommen die Menschen in Rojava durch den Präsidenten Erdogan nicht. Die türkische Regierung will an ihrer Grenze kein kurdisches Selbstverwaltungsgebiet. Sie fürchtet, dies könnte den Autonomiebestrebungen der Kurd*innen in der Türkei weiteren Auftrieb geben. Der türkische Staat hat seit Jahrzehnten den Widerstand in Kurdistan blutig unterdrückt. Erdogan braucht auch die nationalistische Mobilisierung gegen einen äußeren Feind. Religiöse und säkulare Türk*innen sollen treu zu „ihrer“ Regierung stehen, sobald es gegen die Kurd*innen geht. Und tatsächlich unterstützen viele türkische Oppositionsparteien – mit Ausnahme der pro-kurdischen HDP (Demokratische Partei der Völker) – den Militäreinsatz gegen Afrin.

    Die deutsche Bundesregierung unterstützt das Regime Erdogan, weil sie mit der Türkei einen schmutzigen „Flüchtlingsdeal“ abgeschlossen hat. Dieser soll Menschen von Europa fernhalten, welche dem Elend und den Kriegen entkommen wollen, die der Kapitalismus über ihre Länder brachte.

    Im Kampf gegen den IS haben die syrischen Kurd*innen sowohl von Russland als auch von den USA militärische Unterstützung erhalten. Jetzt, nachdem der IS fast besiegt ist, werden sie von beiden Mächten im Stich gelassen, die den aktuellen Angriff der Türkei auf Afrin dulden. Dies zeigt einmal mehr, dass sich um Befreiung kämpfende Menschen nicht auf die Unterstützung von Staaten oder anderen hierarchischen Mächten verlassen dürfen. Diese mögen ihnen zwar zeitweise helfen – sofern es ihren Interessen nützt. Sobald dies nicht mehr der Fall ist, sind solche Mächte jederzeit bereit, ihre bisherigen Verbündeten fallen zu lassen.
    Wirkliche Befreiung kann nur durch ein Bündnis von Unterdrückten aller Länder erreicht werden, die sich gegen jede Form der Herrschaft und Ausbeutung zur Wehr setzen und damit den Interessen der unterdrückenden Mächte widersprechen. Nur eine solche Bewegung kann eine neue solidarische und gerechte Welt schaffen.

    Türkische Armee raus aus Kurdistan!
    Stopp den türkischen Militäreinsatz gegen Afrin!
    Aufhebung des Verbots der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK)
    und anderer kurdischer Organisationen in Deutschland!
    Solidarität mit der Selbstverwaltung in Rojava!

    Ankündigung

    Der Anarchist und Arzt Dr. Michael Wilk war schon viele Male in Rojava und unterstützt dort die medizinische Versorgung. Er war auf Einladung der Anarchistischen Gruppe schon zweimal in Mannheim und berichtete auf Veranstaltungen von seinen Erfahrungen. Voraussichtlich im April 2018 ist ein weiterer Vortrag mit Michael Wilk in Mannheim geplant. Der genaue Veranstaltungstermin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

    Literatur

    In der Schriftenreihe der Anarchistischen Gruppe Mannheim haben wir den Rojava-Reader (Texte aus libertärer und anarchistischer Sicht) veröffentlicht. Die Broschüre kann entweder kostenlos auf unserer Homepage gelesen oder in der gedruckten Form (96 Seiten, DIN A4) zum Preis von 4,- Euro erworben werden.

    Ende Januar 2018

     

     

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    Lohnerhöhung und Verschleißpauschale: Erste Verhandlungen zwischen Foodora und FAU Berlin

    Gepostet von fauma4 am 24. August 2017

    Erste Ergebnisse in den Verhandlungen zwischen Foodora und der
    Basisgewerkschaft FAU Berlin

    Bildergebnis für foodora FAU deliverunionAm Freitag, den 18. August endete die erste Verhandlungsrunde zwischen
    der FAU Berlin und der Foodora-Geschäftsführung mit Zusagen des
    Essenslieferanten. So hat sich Foodora bereit erklärt, bis zum nächsten
    Verhandlungstermin Ende September ein Modell der gestaffelten
    Entgelterhöhung nach Betriebszugehörigkeit vorzulegen und die Kosten für
    Betriebsmittel mit einer Verschleißpauschale abzudecken. In den
    Gesprächen räumte Foodora außerdem ein, im Frühjahr 2017 Fehler gemacht
    zu haben, indem zu viele Fahrer_innen eingestellt wurden. Dies sieht die
    FAU Berlin als Grund für zu wenig Schichten, hohen Arbeitsdruck und ein
    System der Arbeit auf Abruf. Mit mehr Transparenz in Bezug auf die
    Schichtplanung und mit einer Mindestprozentzahl an ständig freien
    Schichten will die Basisgewerkschaft mehr Flexibilität für die
    Fahrer_innen durchsetzen. Foodora sicherte zu, bis zu nächstem
    Verhandlungstreffen ein Schichtplanungsmodell zu entwickeln, das diesen
    Anforderungen entspricht.

    Damit hat sich die Unternehmensführung Zeit gekauft. Die Frage nach der
    Höhe der Verschleißpauschale, aber auch die genaue Umsetzung der
    Entgelterhöhung bleiben aber vorerst offen. „Es ist zwar Bewegung in die
    Verhandlungen gekommen, aber noch sind nicht alle unsere Forderungen
    erfüllt“, erklärt Georgia Palmer, selbst Foodora-Fahrerin und Teil der
    Verhandlungskommission der FAU Berlin. „Beim nächsten Treffen erwarten
    wir von Foodora konkrete Zahlen, wie sie die Betriebsmittelkosten
    abdecken und die Lohnerhöhung umsetzen wollen. Ansonsten werden wir zu
    gewerkschaftlichen Maßnahmen greifen. Das kann auch heißen: Streik“.

    Foodora sicherte in der ersten Verhandlung eine Verschleißpauschale für
    Fahrräder zu, die nicht unter den 10 Cent pro Kilometer liegen werde,
    die Marktkonkurrent Deliveroo bereits zahlt und kündigte erstmals an,
    die Einführung von Leihfahrrädern zu prüfen. Nach Berechnungen der FAU
    Berlin müsste eine Verschleißpauschale allerdings 35 Cent pro Kilometer
    betragen. Zudem fordert die Basisgewerkschaft 1,- Euro mehr pro Stunde
    für alle Fahrer_innen, die in Berlin mit einem Einstiegsgehalt von 9,- €
    pro Stunde kaum über dem Mindestlohn liegen. Eine solche Entgelterhöhung
    ist laut der jüngsten Umfrage der FAU Berlin unter 150
    Foodora-Fahrer_innen die dringendste Forderung der Belegschaft. „Bevor
    wir einen Haustarifvertrag abschließen, werden wir alles, was wir in den
    Verhandlungen erreichen, den Foodora-Mitarbeiter_innen nochmals zur
    Abstimmung vorlegen“, so Palmer weiter.

    Die Kampagne #Deliverunion der FAU, die ungebrochen Zulauf erfährt und
    inzwischen auch Essenskuriere außerhalb von Berlin mobilisieren kann,
    hatte zuletzt mit einer Demonstration am 28. Juni von sich reden
    gemacht. Bei der Kundgebung hatten Fahrer_innen von Deliveroo
    Fahrradteile vor der Unternehmenszentrale aufgehäuft, um auf die hohen
    Verschleißkosten aufmerksam zu machen, die von den Unternehmen nicht
    übernommen werden. Während Foodora sich zu Verhandlungen mit den
    Fahrer_innen der FAU Berlin bereit erklärte, blockiert der
    Marktkonkurrent Deliveroo weiterhin die Gespräche. „Deliveroo hat sich
    damit keinen Gefallen getan“, kritisiert Clemens Melzer, Pressesekretär
    der FAU Berlin. Das britische Unternehmen setzt im Gegensatz zu Foodora
    auch auf selbstständige Essenskuriere und sorgt zurzeit wegen Streiks in
    Spanien und Frankreich für Negativschlagzeilen. Die FAU Berlin werde den
    Druck auf Deliveroo erhöhen und sich dabei nicht mehr auf Kundgebungen
    beschränken, kündigt Melzer an: „Die Verhandlungen mit Foodora sind nur
    eine Baustelle. Wir möchten Verbesserungen in der gesamten Branche
    durchsetzen.“