Krankenkassenbeiträge überfordern viele Soloselbständige

Gepostet von fauma4 am 15. Februar 2016

Das Vorurteil, bei Selbstständigen handele es sich um gut verdienende Unternehmer mit einem Haufen Angestellter, sie seien also allesamt der Ausbeuterklasse zuzurechnen und daher kein Klientel, um das sich eine Gewerkschaft zu bemühen hätte, hält sich selbst in syndikalistischen Kreisen hartnäckig.

Die Empirie erzählt eine andere Geschichte: Den Zahlen einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) zu Folge, sind rund 62 Prozent der Selbstständigen Einmenschunternehmen, sog. Soloselbstständige. Die von 2003-2006 geförderten Ich-AGs und die Abschaffung der Meisterpflicht in mehreren Berufen durch die Reform der Handwerksordnung 2004 hätten in den letzten Jahren zu einem immensen Anstieg der Soloselbstständigkeit geführt, so die Studie. Dabei verfügten ca. Zwanzig Prozent der Betroffenen lediglich über ein Jahreseinkommen von unter 15.011 Euro. Die Armut dieser Menschen spizt sich noch durch erhöhte Krankenkassenbeiträge in diesem Jahr zu. Gesetztlich versicherte, die unter 15.000 Euro im Jahr verdienen, müssten 46,5 Prozent ihres Einkommens für die Krankenversicherung aufbringen, Privatversicherte sogar 58 Prozent. Im Vergleich: Ein Unternehmer, der über ein Jahreseinkommen von 130.000 Euro verfügt, hat nur sechs Prozent seines Einkommens an die Private Krankenversicherung abzutreten.

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